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Aufklärung an der Reaktorkuppel

Update - Mit einer kleinen Nachhilfe für die Bundeskanzlerin haben sich Greenpeacer in die Debatte um die blockierte russische Ölpipeline eingemischt. Sie projizierten einen Spruch auf die Reaktorkuppel des AKW Brokdorf: Öl = Auto, Atomkraft = Strom, Frau Merkel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Atomausstieg überdenken, weil eine der wichtigsten Ölpipelines von Russland nach Westeuropa derzeit blockiert wird. Der Haken an der Sache: Uran kann Öl nicht ersetzen. Mit Uran fährt kein Auto, wird keine Heizung betrieben - abgesehen von den Nachtspeicherheizungen, deren Nutzung eigens ausgebaut wurde, um die Atomkraftwerke nachts auszulasten. Und unabhängig macht Uran auch nicht.

Für wie dumm hält die Bundesregierung die Menschen eigentlich?, fragt Thomas Breuer, Energieexperte bei Greenpeace. Jedes Kind in Deutschland weiß, dass Öl zu Benzin verarbeitet wird und in den Tanks der Autos landet. Das hat rein gar nichts mit Atomkraft zu tun. Es ist an der Zeit, dass dieses Wissen auch bei der Kanzlerin ankommt.

Die Bundeskanzlerin sollte sich nicht länger vor den Karren der Atomindustrie spannen lassen. Wenn sie die Abhängigkeit vom Öl ernsthaft reduzieren will, muss sie die Autoindustrie in die Pflicht nehmen. Die muss endlich effiziente, sparsame Automodelle auf den Markt bringen. Die technischen Voraussetzungen dafür sind längst vorhanden. Die heutigen Spritfresser haben auf den Straßen nichts zu suchen.

Atomkraftwerke dienen ausschließlich der Stromerzeugung. In Deutschland ist die Versorgung zu fast 30 Prozent vom Energieträger Uran abhängig. Breuer weist darauf hin, dass dieses Uran zu nahezu 100 Prozent importiert werden muss. Ein Ausstieg aus dem beschlossenen Atomausstieg hieße, diese Abhängigkeit über die nächsten Jahre zu zementieren.

Hinzu kommt, dass die Uran- ebenso wie die Ölvorkommen nicht unerschöpflich sind. In spätestens 65 Jahren wird der Rohstoff weltweit nicht mehr verfügbar sein. Das zeigt eine Studie, die Greenpeace im Februar 2006 veröffentlicht hat. Schon jetzt macht sich die Verknappung in gestiegenen Preisen bemerkbar. Den größten Teil des Urans für die europäischen Atomkraftwerke liefert übrigens Russland. Im Jahre 2004 waren es 25 Prozent.

Thomas Breuer: Eine wirkliche Unabhängigkeit der Energieversorgung erreicht Deutschland nur durch massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und durch Energiesparmaßnahmen. Sonne, Wind und Erdwärme kann man nicht abschalten.

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Uran wird hauptsächlich für die Atomindustrie abgebaut. Jedes Kilogramm Uran, das heute wie damals aus der Erde geholt wird, zerstört und verschmutzt die Umwelt und kann in Atombomben oder in Atomkraftwerken zur tödlichen Gefahr für die Menschen werden.

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