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Atomstrom: Viel teurer als Sie glauben!

Öko-Strom ist Ihnen zu teuer? Dann sollten Sie sich nicht nur den offiziellen Strompreis pro Kilowattstunde Ihres traditionellen Stromversorgers anschauen, sondern auch die versteckten Kosten berücksichtigen. Denn ob Sie es wollen oder nicht: Sie beteiligen sich mit Ihren Steuern zusätzlich an den Schutzmaßnahmen beim Atomstrom.

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Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) hat der Ukraine Hilfen in Höhe von 368 Millionen Euro für eine neue Schutzhülle in Tschernobyl zugesagt. Das Geld dazu stammt aus Ihren Steuern. Sie zahlen also mindestens zweimal für Atomstrom, während es für den Öko-Strom nur eine Rechnung gibt.

Es ist ganz klar, dass der Unfallreaktor in Tschernobyl mit seiner Schutzhülle, dem sogenannten Sarkophag, auch heute noch eine große Gefahr darstellt. Deshalb dürfen wichtige und notwendige Reparaturarbeiten nicht unterbleiben. Die kosten viel Geld, dienen aber dem Schutz aller Menschen.

Wie marode der Sarkophag über dem ukrainischen Unfallreaktor ist, hat Greenpeace schon vor einigen Jahren festgestellt. Dringender Handlungsbedarf ist geboten. Deswegen wird die EBWE am Dienstag in Kiew auch entsprechende Verträge unterschreiben.

Es wird wohl nur noch wenige Menschen in Deutschland geben, die den Beschwörungen der Atomlobbyisten Glauben schenken, unsere Atomkraftwerke wären sicher. Spätestens seit diesem Sommer ist klar, wie oft wir an deutschen AKW-Katastrophen vorbeigeschliddert sind. Krümmel und Brunsbüttel sind dafür schon fast Synonyme geworden. Die Verschwiegenheit des Kraftwerksbetreibers Vattenfall trägt ihr übriges zur Glaubwürdigkeit bei.

Doch auch wenn wir Glück haben und nichts Schlimmeres passiert: Eines Tages werden die Atommeiler endgültig vom Netz gehen und dann müssen sie zurückgebaut werden. Auch das kostet eine Menge Geld. Und auf den radioaktiv verseuchten Abraum muss in einem noch zu schaffenden Endlager Jahrtausende aufgepasst werden. Und wessen Steuern werden dafür verwendet werden? Für den Atomstrom von heute bekommen wir die dicke Rechnung erst in ein paar Jahren präsentiert.

Das alles kann beim Öko-Strom nicht geschehen. Anbieter wie EWS Schönau, Greenpeace energy, Lichtblick oder die Naturstrom AG produzieren sauberen Strom ohne Hinterlassenschaften. Dass ihr Strompreis noch geringfügig höher liegt, verursachen auch die AKW-Betreiber wie RWE, E.ON oder Vattenfall, denen die Stromnetze in Deutschland gehören. Diese fordern Durchleitungsgebühren. Und wo die sinken, da sinkt auch der Öko-Strompreis, wie kürzlich Greenpeace energy gezeigt hat.

Sie möchten nicht mehr doppelt und dreifach für Atomstrom zahlen? Dann machen Sie Ihren eigenen Atomaustieg! Wechseln Sie zu Öko-Strom.

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