Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Atommüll auf See - Route unbekannt

Ein Schiff mit hochradioaktivem Atommüll hat am Montag den französischen Hafen Cherbourg verlassen. Die sechswöchige Fahrt nach Japan wird ohne Sicherheitsmaßnahmen und bewaffneten Begleitschutz durchgeführt. Die genaue Route der Pacific Sandpiper ist bislang unbekannt. Der erste Teil der Reise führt mit britischer Genehmigung durch den Ärmelkanal.

Sowohl Frankreich als auch Großbritannien und Japan sind der Proliferation Security Initiative (PSI) beigetreten. Sie haben sich dem Ziel verpflichtet, Schiffe abzufangen, deren Fracht den internationalen Frieden und die Sicherheit bedrohen könnte. Dazu gehören ausdrücklich auch nukleare Frachten - abhängig von dem Land, aus dem sie kommen.

Hat ein Schiff beispielsweise atomares Material aus Nordkorea oder Libyen geladen, so stellt das eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit dar. Stammt die atomare Fracht aus Frankreich oder Japan, so darf das Schiff fahren. Dies ungeachtet aller offiziellen Proteste von Ländern, die an der potenziellen Route liegen.

Greenpeace nennt das Scheinheiligkeit. Die Ladung der Pacific Sandpiper ist zwar nicht für den Bau von Atombomben geeignet, wohl aber für so genannte dirty bombs. Sie stellt eine ernste Gefahr für Gesundheit und Sicherheit dar. Damit ist die Pacific Sandpiper ein klassischer Kandidat für PSI. (sit)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.

Der Wahnsinn in Tüten

Atommüll, der sich im Wald stapelt, Atomtransporte auf den Straßen – das Leben rund um Fukushima ist nicht normal. Jetzt reagiert sogar die UN und verlangt von Japan Aufklärung.

Ein klares Jein

An potenziellen Atommüll-Endlagern darf (fast) nicht gebohrt, gegraben, gehämmert werden, so ein neues Gesetz. Nur Gorleben bleibt eine Ausnahme – eine Greenpeace-Klage scheiterte.