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Atommüll auf See - Route unbekannt

Ein Schiff mit hochradioaktivem Atommüll hat am Montag den französischen Hafen Cherbourg verlassen. Die sechswöchige Fahrt nach Japan wird ohne Sicherheitsmaßnahmen und bewaffneten Begleitschutz durchgeführt. Die genaue Route der Pacific Sandpiper ist bislang unbekannt. Der erste Teil der Reise führt mit britischer Genehmigung durch den Ärmelkanal.

Sowohl Frankreich als auch Großbritannien und Japan sind der Proliferation Security Initiative (PSI) beigetreten. Sie haben sich dem Ziel verpflichtet, Schiffe abzufangen, deren Fracht den internationalen Frieden und die Sicherheit bedrohen könnte. Dazu gehören ausdrücklich auch nukleare Frachten - abhängig von dem Land, aus dem sie kommen.

Hat ein Schiff beispielsweise atomares Material aus Nordkorea oder Libyen geladen, so stellt das eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit dar. Stammt die atomare Fracht aus Frankreich oder Japan, so darf das Schiff fahren. Dies ungeachtet aller offiziellen Proteste von Ländern, die an der potenziellen Route liegen.

Greenpeace nennt das Scheinheiligkeit. Die Ladung der Pacific Sandpiper ist zwar nicht für den Bau von Atombomben geeignet, wohl aber für so genannte dirty bombs. Sie stellt eine ernste Gefahr für Gesundheit und Sicherheit dar. Damit ist die Pacific Sandpiper ein klassischer Kandidat für PSI. (sit)

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