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Atomkraft - Großbritanniens sinnloser Weg zum Klimaschutz

Schuld ist der Klimawandel. Um ihn zu bekämpfen, hat die britische Regierung am Donnerstag im Parlament grünes Licht für eine Neuauflage der Atomkraft gegeben. Logisch ist das nicht: Regierungseigene Untersuchungen haben ergeben, dass selbst zehn neue AKW nur vier Prozent der CO2-Emissionen einsparen könnten - irgendwann nach 2025.

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Großbritannien deckt 18 Prozent seines Stromverbrauchs mit Atomkraft. Die derzeit 19 Kraftwerke stammen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Die meisten sollen bis 2023, das letzte 2035 abgeschaltet werden. Die ersten AKW der neuen Generation können voraussichtlich frühestens 2017 ans Netz gehen.

Atomkraft sei eine erprobte, saubere und sichere Form der CO2-armen Energieerzeugung, sagte Wirtschaftsminister John Hutton vor dem Parlament. Doch das ist Augenwischerei. Neue AKW zu bauen, dauert viele Jahre und kostet horrendes Geld. Welche Probleme dabei entstehen, zeigt aktuell das Beispiel des EPR im finnischen Olkiluoto: Fristen für den Bau sind längst überschritten und die Kosten laufen aus dem Ruder.

Die Scheinlösung für das Klima stellt eine schwere Hypothek für kommende Generationen dar. Auch die britische Regierung musste zugeben, dass sie keine Lösung für den strahlenden Müll hat - ob es um den Müll aus dem laufenden Betrieb der Anlagen geht oder den aus dem Rückbau alter Anlagen.

Diese Probleme bestätigt auch Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace: Die Nuklearindustrie kostet die Steuerzahler immer Milliarden mehr als angekündigt und hinterlässt Müll, der auf Millionen Jahre tödlich bleiben wird.

Zig Milliarden Euro werden also für eine Technologie verschwendet, die das Leben unsicherer macht, dem Klima nicht hilft und ungeheure Investitionssummen bindet. Dieses Geld wäre in den klimawirksamen und sicheren erneuerbaren Energien und in Maßnahmen zur Energieeffizienz wesentlich besser angelegt.

John Huttons Erklärung, Großbritannien könne seinen wachsenden Energiebedarf nicht durch erneuerbare Energien und höhere Effizienz decken, ist nicht schlüssig.

Ein Beispiel: In Deutschland stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 64,35 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2005 auf 71,5 Milliarden im Jahr 2006. Die Steigerung liegt damit deutlich über der jährlichen Stromproduktion beispielsweise des Atomkraftwerkes Brunsbüttel (wenn es denn laufen würde). Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 10,5 Prozent im Jahr 2005 auf 11,6 Prozent im Jahr 2006.

Heinz Smital: In Großbritannien haben 2005 alle Atomreaktoren zusammen 82 Milliarden Kilowattstunden erzeugt - nur wenig mehr als die erneuerbaren Energien 2006 in Deutschland. Und Wind zum Beispiel gibt es auf der Insel mehr als genug. Statt also auf ein nukleares Abenteuer zu setzen, sollte auch Großbritannien den Weg der erneuerbaren Energie gehen.

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