Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Atombombe erreicht Mainz

Greenpeace hat am Dienstag beim SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz in Mainz gegen den möglichen Export der Hanauer Plutoniumfabrik nach China protestiert. Zu diesem Zweck haben die Umweltschützer dem Verband ein 3,50 mal 4 Meter großes Mahnmal vor die Tür gesetzt, das eine Atombombe und ein AKW darstellt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in der Vergangenheit signalisiert, dass er den Export der Fabrik genehmigen wolle - jetzt sind die SPD-Landesverbände gefordert. Sie sollen klarstellen, dass der Deal nicht mit der Atompolitik der SPD vereinbar wäre. Gerade die SPD war es, die in den neunziger Jahren dazu beitrug, dass die Hauauer Fabrik nie in Betrieb ging - wegen Gefahren für die internationale Sicherheit und die Umwelt.

Greenpeace fordert von der SPD Rheinland-Pfalz ein klares Nein zum Export. Sollten die Landespolitiker sich jedoch nicht gegen den Verkauf aussprechen, wird ein Bildhauer vor Ort den Namen des Landesverbandes auf einer Platte am Mahnmal eingravieren.

Mainz ist nur eine Station der zweiwöchigen Greenpeace-Tour zum Thema Hanau. Am Montag machten die Aktivisten mit ihrer Atombombe Halt in Düsseldorf. Der NRW-Landesverband, allen voran Generalsekretär Michael Groschek, erklärte sich jedoch nicht zu einem Statement bereit. Seitdem prangt ein weiterer Schriftzug an dem Mahnmal.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Lösung für immer gesucht

Der Zwischenbericht zur Suche eines Endlagers für Atommüll schlägt 90 Regionen zur weiteren Erforschung vor. Gorleben ist nicht darunter. Interview mit Atomexperte Heinz Smital.

Gorleben ist Geschichte!

Ein Wunder ist geschehen: Das Endlager Gorleben ist vom Tisch. Weil der Salzstock kein sicherer Platz für Atommüll ist. Persönliche Betrachtung eines unglaublichen Erfolgs.

Auf Nimmerwiedersehen

Das Atomkraftwerk Philippsburg macht Platz für eine moderne Umspann-Anlage. Greenpeace hat dort häufig protestiert, in der Nacht zum letzten Mal. Ein Abschied ohne Wehmut.