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Atombombe erreicht Mainz

Greenpeace hat am Dienstag beim SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz in Mainz gegen den möglichen Export der Hanauer Plutoniumfabrik nach China protestiert. Zu diesem Zweck haben die Umweltschützer dem Verband ein 3,50 mal 4 Meter großes Mahnmal vor die Tür gesetzt, das eine Atombombe und ein AKW darstellt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in der Vergangenheit signalisiert, dass er den Export der Fabrik genehmigen wolle - jetzt sind die SPD-Landesverbände gefordert. Sie sollen klarstellen, dass der Deal nicht mit der Atompolitik der SPD vereinbar wäre. Gerade die SPD war es, die in den neunziger Jahren dazu beitrug, dass die Hauauer Fabrik nie in Betrieb ging - wegen Gefahren für die internationale Sicherheit und die Umwelt.

Greenpeace fordert von der SPD Rheinland-Pfalz ein klares Nein zum Export. Sollten die Landespolitiker sich jedoch nicht gegen den Verkauf aussprechen, wird ein Bildhauer vor Ort den Namen des Landesverbandes auf einer Platte am Mahnmal eingravieren.

Mainz ist nur eine Station der zweiwöchigen Greenpeace-Tour zum Thema Hanau. Am Montag machten die Aktivisten mit ihrer Atombombe Halt in Düsseldorf. Der NRW-Landesverband, allen voran Generalsekretär Michael Groschek, erklärte sich jedoch nicht zu einem Statement bereit. Seitdem prangt ein weiterer Schriftzug an dem Mahnmal.

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