Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Asse: Betreiberwechsel und gut?

Das marode Atommülllager Asse soll dem Bundesamt für Strahlenschutz unterstellt werden. Der Betreiberwechsel ist die Konsequenz aus den skandalösen Zuständen im Atommülllager. Doch der Wechsel allein reicht nicht.

  • /

Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace begrüßt, dass die Verantwortung für Asse II dem Bundesamt für Strahlenschutz übertragen wird. Gleichzeitig kritisiert er, dass die Maßnahme zu kurz greife. Der zuständige niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) müsse die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, fordert Smital.

Umweltminister Sander hat versäumt, die nachgeordnete Behörde zu kontrollieren. Das ist absolut verantwortungslos. Angesichts dieses massiven Versäumnisses ist es umso erschreckender, dass ausgerechnet Hans-Heinrich Sander auch noch für den wie Asse als Forschungsprojekt ausgewiesenen Salzstock in Gorleben zuständig ist.

Der Salzstock Gorleben hat heute schon Kontakt zum Grundwasser. Geht es nach CDU und FDP, soll dort einmal der hochradioaktive Atommüll vergraben werden.

Smital: Die FDP setzt sich bundesweit für die Nutzung der gefährlichen Atomkraft ein, versagt aber in der Praxis beim verantwortungsvollen Umgang mit dieser hochrisikanten Technik.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Gefährliches Gestern

Die Katastrophe von Tschernobyl rückt in die Vergangenheit, ihre Folgen verschwinden aber nicht aus der Gegenwart. Sie sind eine Mahnung – auch an Atomkraftbefürworter:innen.

Der ewige Denkzettel

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.

Katastrophal nachgebessert

Eine Novelle des Atomgesetzes, die berechtigte Klagen unterbände, hätte fatale Auswirkungen – nicht nur für die Anwohnerinnen von Atomanlagen, sondern auch für den Rechtsstaat.