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AKW Temelin zehn Tage außer Betrieb

3000 Liter radioaktives Wasser sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus dem Reaktor II des Atomkraftwerks (AKW) Temelin ausgetreten. Dabei wurden zwei Arbeitsräume kontaminiert. Schuld war ein Leck im inneren Kühlkreislauf des Reaktors. Das verseuchte Wasser wurde im Kanalsystem des Kraftwerks aufgefangen. Erst 78 Stunden nach dem Störfall wurde die Öffentlichkeit informiert. Dies ist der zweite Vorfall innerhalb einer Woche.

Bereits 64 Störfälle sind in dem erst im Herbst 2000 in Betrieb genommenen Kraftwerk aufgetreten. Der erste Zwischenfall ereignete sich vier Tage nach der Inbetriebnahme. Nun soll der Reaktorblock II für zehn Tage abgeschaltet bleiben, um einen defekten Transformator auszutauschen. Der erste Reaktorblock ist derzeit ebenfalls abgeschaltet. Er wird seit Mitte April einer Revision unterzogen. Dabei wird ein Viertel der Brennstäbe ausgetauscht.

Das AKW Temelin wurde 1980 geplant. 20 Jahre lang wurde immer wieder neu geplant und umgebaut. Aus den ursprünglich vorgesehenen vier wurden zwei Reaktorblöcke. Die Baufirma wurde gewechselt. Die Kosten verdoppelten sich fast. 1999 wurde schließlich die Fertigstellung des AKW beschlossen. Eine Expertenkommission hatte zuvor festgestellt, dass Tschechien keine neue Stromquelle brauche und es schwierig würde, die überschüssige Energie auf dem europäischen Markt abzusetzen.

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