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AKW: Mit dem Alter steigt das Risiko

Greenpeace-Aktivisten sind am Mittwoch dem alterschwachen Atomkraftwerk Tihange in Belgien aufs Dach gestiegen. Mit der Aktion protestierten die rund 30 Aktivisten gegen den gefährlichen Weiterbetrieb des Atommeilers. Auf die Kuppel des mehr als 30 Jahre alten AKW malten sie mit schwarzer Farbe einen riesigen Riss. Das vermehrte Auftreten von Rissen ist eines der Hauptsicherheitsrisiken bei alten Atomanlagen.

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Man muss sich klar machen, dass die Verlängerung der Laufzeit aus finanzieller Sicht eine gute Sache für den Betreiber ist, in Hinblick auf die Sicherheit aber ein gigantisches Risiko für die gesamte Bevölkerung, sagt Karen Janssens, Energieexpertin von Greenpeace. In Belgien wurde die Laufzeit von AKW mittlerweile auf 40 Jahre hochgeschraubt. Im weltweiten Durchschnitt beträgt sie 21 Jahre.

Der Reaktor Tihange 1 feierte im vergangenen Jahr seinen 30. Geburtstag. Eigentlich war vorgesehen, dass AKW in Belgien nach 30 Jahren geschlossen werden sollten. Denn nach 20 Jahren Betrieb fangen die Anlagen an alterssschwach zu werden.

Es treten deutlich mehr Leckagen auf, es häufen sich unsichtbare Risse und Kurzschlüsse. Das Material des Reaktorkerns wird immer schwächer. Das Risiko für ein Unglück steigt an. Entweichen dabei große Mengen Radioaktivität, sind die Menschen nicht nur in der Nachbarschaft gefährdet, sondern auch Städte wie Antwerpen oder Liége/Lüttich.

Die Liberalisierung des Energiemarktes trägt dazu bei, dass die Laufzeiten für AKW eher ansteigen werden. Wegen des Konkurrenzdrucks müssen die Energieversorger immer schärfer kalkulieren und greifen dann auf die Kraftwerke zurück, die den größten Gewinn abwerfen. Das sind die alten AKW. Diese sind abbezahlt und erzeugen nur noch geringe Betriebskosten - wenn man nicht in verschärfte Sicherheitsmaßnahmen investieren muss.

Der Aktion in Tihange war am Montag eine Aktion am Steinkohlekraftwerk in Ruien vorausgegangen. Mit diesen Aktionen sollen die politisch Verantwortlichen in Belgien aufgefordert werden, sich für eine verantwortliche Energieversorgung einzusetzen.

Es ist durchaus möglich, die zukünftige Energienachfrage durch heutige Investitionen in Energiesparmaßnahmen und Erneuerbare Energie statt in AKW und Kohlekraftwerke zu befriedigen. Das zeigte auch eine Greenpeace-Analyse, die bereits im Juni belgischen Politikern vorgestellt wurde.

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