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Afrikas letztes Atomkraftwerk

Neun Tage nach einer Aktion gegen das Atomkraftwerk in Koeberg/Südafrika wurden zwölf verhaftete Greenpeace-Aktivisten Anfang September gegen Geldbußen auf freien Fuß gesetzt. Das Gericht verhängte eine Strafe von rund 400 Euro pro Person für das unbefugte Eindringen in das Gelände des AKW und weitere 100 Euro dafür, dass sie bei der Einreise nach Südafrika nicht den wahren Grund ihrer Reise angegeben hatten.

Bei der Aktion Ende August waren sechs Aktivisten auf das Kraftwerk geklettert und hatten dort Banner mit der Forderung Nukes out of Africa (Atomkraft raus aus Afrika) angebracht. Sechs weitere Greenpeacer fuhren die Schlauchboote, mit denen die Kletterer zum AKW gelangt waren. Sie wurden von der südafrikanischen Küstenwache verhaftet, weil sie in den Hafen eingedrungen waren, der als militärisches Sperrgebiet gilt.

Das Koeberg-Atomkraftwerk - das einzige auf dem afrikanischen Kontinent - ist schlecht gesichert. Mit den lokalen Behörden abgestimmte Notfallpläne zur Evakuierung der Bevölkerung im Fall eines Atomunfalls existieren gar nicht, obwohl die südafrikanischen Gesetze dies vorschreiben. Greenpeace Atom-Experte Mike Townsley forderte die zuständigen Behörden auf, sich um diese Skandale zu kümmern: Sie sind ein weiterer Grund, warum Afrikas erstes Atomkraftwerk auch das letzte sein sollte.

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