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Ach ja, und dann war da noch ein kleiner Zwischenfall

Der Betreiber des Atomkraftwerks Gundremmingen ist wegen irreführender Informationspolitik in die Kritik geraten. In einem der beiden Meiler war ein schadhaftes Brennelement entdeckt und ausgetauscht worden. In der Öffentlichkeit wurde der Austausch in der vergangenen Woche zunächst als routinemäßige Kontrolle ausgegeben.

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Medienberichten zufolge sollen schon im Sommer Veränderungen im Reaktordruckbehälter aufgefallen sein. Auf der Internetseite des AKW Gundremmingen vom 29. November 2005 ist davon nichts zu lesen. Dort entsteht der Eindruck, als sei im Rahmen einer routinemäßigen Prüfung zufällig ein schadhaftes Brennelement entdeckt worden. Eine Gefährdung für das Personal oder die Umgebung habe nicht vorgelegen.

Atomkraft ist eine Risikotechnologie. Wer die Menschen bereitwillig diesem enormen Risiko aussetzt, ist verpflichtet, sie wenigstens ehrlich zu informieren. Egal wie groß oder klein ein Schadensfall ist. Die Verharmlosungsversuche in Gundremmingen lassen nichts Gutes ahnen, so Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer an die Adresse der Betreiber. Gundremmingen B gehört zu 75 Prozent dem Stromkonzern RWE, die anderen 25 Prozent hält der Energieriese E.ON.

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