Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

18 Jahre Tschernobyl: Kein Ende der Gefahr

Heute vor 18 Jahren zeriss eine Explosion in der Ukraine den Block Nr. 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die dabei freigesetzte radioaktive Wolke verstrahlte weite Teile Europas. Sie tötete hunderttausende Menschen - und tötet heute noch. Anlässlich des Jahrestages der Reaktorkatastrophe demonstrierten am Montag Mitglieder der Greenpeace-Jugend in Köln auf dem Domvorplatz.

Die Jugendlichen trugen weiße Schutzanzüge. Sie zeichneten mit Kreide Körperumrisse auf den Boden: Ein Symbol für die Todesopfer von Tschernobyl. Die Greenpeacer informierten die Passanten über Reaktorunglücke und gefahrenlose und klimafreundliche Alternativen zur Atomkraft - die erneuerbaren Energien, wie Sonne und Wind.

Wir wollen den Menschen klar machen, dass ein Unfall im Ausmaß der Tschernobyl-Katastrophe jederzeit passieren kann, sagt Julia Lingenfelder von der Greenpeace-Jugendgruppe Köln. Auch die deutschen Atomkraftwerke sind lange nicht so gut wie ihr Ruf. Atomkraft ist unsicher, daher engagiere ich mich für erneuerbare Energien. Ihr Potential ist so groß, dass wir uns komplett mit ihnen versorgen könnten.

Jeder Einzelne kann dabei einen Beitrag leisten und sich von der Atomindustrie verabschieden. Jeder Kunde, der zu einem Ökostromanbieter wechselt, unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien und verwirklicht seinen persönlichen Atomausstieg, so Julia Lingenfelder.

Ein Ausstieg, der lange überfällig ist, damit sich nicht in einem der vielen maroden Atomkraftwerke auf der Welt ein zweites Tschernobyl ereignet und dann wieder die schrecklichen Bilder um die ganze Welt gehen. Die unzähligen Bilder von krebskranken Menschen und missgebildeten Kindern. Bilder von Menschen, für die Tschernobyl auch heute noch hochaktuell ist.

Publikationen

Tschernobyl: Sanierung des Sarkophags - Wettlauf mit der Zeit

Vor 18 Jahren zeriss eine Explosion in der Ukraine den Block Nr. 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die dabei freigesetzte radioaktive Wolke verstrahlte weite Teile Europas. Sie tötete hunderttausende Menschen - und tötet heute noch.
Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Gefährliches Gestern

Die Katastrophe von Tschernobyl rückt in die Vergangenheit, ihre Folgen verschwinden aber nicht aus der Gegenwart. Sie sind eine Mahnung – auch an Atomkraftbefürworter:innen.

Gefährliche Mythen

Mit bewussten Fehleinschätzungen wird der Plan gerechtfertigt, Millionen Liter radioaktives Wasser aus Fukushima ins Meer abzulassen. Greenpeace entkräftet diese Halbwahrheiten.

Der ewige Denkzettel

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.