Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Rumänien braucht erneuerbare Energien, nicht Investitionen in Atomkraft

100.000 Jahre Atommüll: Greenpeace-Aktion vor rumänischem AKW Cernavoda

Im rumänischen Cernavoda protestierten am Montag 35 Greenpeace-Aktivisten gegen den weiteren Ausbau der Atomenergie in dem osteuropäischen Land. Auf Schlauchbooten und dem Ausstellungsschiff Anna hatten die Aktivisten Transparente angebracht mit dem Text Cernavoda: 100.000 Jahre Atommüll. Mit der Anna ist Greenpeace zurzeit auf Informationstour über erneuerbare Energien. Über die Donau geht es noch in das Schwarze Meer und den Bosporus bis ins Mittelmeer.

Die rumänische Regierung plant derzeit einen zweiten Atomreaktor. Jedes Jahr produziert das AKW Cernavoda 90 Tonnen an radioaktivem Abfall, darunter 200 Kilogramm Plutonium, das für den Bau von 40 Atombomben ausreicht. Wenn der Block zwei dieses AKW den Betrieb aufnimmt, wird sich das Problem verdoppeln. Gegenwärtig wird der hochradioaktive Abfall in der Nähe des AKW zwischengelagert und niemand weiß, was mit dem Abfall in den nächsten 100.000 Jahren passieren soll.

Rumänien verbraucht im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt 50 Prozent mehr Energie und produziert fünf Mal mehr Treibhausgase als der EU-Durchschnitt, sagt Jurrien Westerhof, Energieexperte von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa. Bevor Rumänien Investitionen in neue Kraftwerkspläne steckt, soll das Land zuerst seine Möglichkeiten zur Energieeinsparung nutzen.

Rumänien hat hervorragende Chancen, Erneuerbaren Energien auszubauen. Wissenschaftlichen Studien zufolge könnte das Land 80 Prozent seines Stromverbrauchs durch Windenergie und Biomasse decken.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Lösung für immer gesucht

Der Zwischenbericht zur Suche eines Endlagers für Atommüll schlägt 90 Regionen zur weiteren Erforschung vor. Gorleben ist nicht darunter. Interview mit Atomexperte Heinz Smital.

Gorleben ist Geschichte!

Ein Wunder ist geschehen: Das Endlager Gorleben ist vom Tisch. Weil der Salzstock kein sicherer Platz für Atommüll ist. Persönliche Betrachtung eines unglaublichen Erfolgs.

Unbeirrt unverantwortlich

Aus Gronau geht heute wieder ein gefährlicher Urantransport nach Russland. Business as usual für Urenco, während die Proteste dagegen den Ausnahmezustand ernst nehmen.