Film: Protest gegen die Rodung des Hambacher Forstes

Rote Linie

Baumbesetzer, Anwohnerin oder Familienvater: unterschiedliche Menschen kämpfen für den Hambacher Wald. Karin de Miguel Wessendorf hat sie begleitet. Nun kommt ihr Film ins Kino.

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Regisseurin Karin de Miguel Wessendorf hatte offenbar einen guten Riecher, als sie vor vier Jahren begann, den Widerstand gegen die Rodung des Hambacher Waldes zu dokumentieren. Damals ahnte wohl niemand, dass im Herbst 2018 ein Aufschrei zur Rettung des Waldes durch ganz Deutschland gehen würde. Der Wald, der dem Abbau klimaschädlicher Braunkohle durch den Energiekonzern RWE weichen sollte, wurde zum Symbol des Widerstands gegen eine verfehlte Energiepolitik.

Nun kommt ihr Film „Die  Rote Linie - Widerstand im Hambacher Forst“ in die Kinos. Die Dokumentation ist ein Stück Zeitgeschichte und zeigt Facetten des so unterschiedlichen Protestes. „Im Frühjahr 2015 erfuhr ich, dass internationale Klimaaktivisten und Aktivistinnen spektakuläre Besetzungsaktionen im rheinischen Revier planten, um im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz gegen Braunkohle als klimaschädlichste Form der Energiegewinnung zu protestieren“, so Katrin de Miguel Wessendorf.  „Der Schulterschluss […] mit Menschen aus der Region, die seit Jahrzehnten gegen den Verlust ihrer Heimat durch die Tagebaue von RWE kämpften, interessierte mich sofort.“

So porträtierte de Miguel Wessendorf den jungen Waldbesetzer Clumsy. Jahrelang lebte er in seinem selbstgezimmerten Baumhaus, um die Zerstörung des Waldes zu verhindern. Antje Grothus machte sich als engagierte Anwohnerin aus Buir einen Namen; sie wurde schließlich von der Bundesregierung in die Kohlekommission berufen.  Ein weiterer Protagonist ist Lars Zimmer, der mit seiner Familie in einem Geisterdorf ausharrt – um es vor dem Abrisszu bewahren.

Mittlerweile ist der Kohleausstieg beschlossen. Dennoch macht RWE weiter: Ununterbrochen graben sich die Kohlebagger dichter an den Hambacher Wald heran. Gleichzeitig drängt der Kohlekonzern Menschen in den von der Abbaggerung bedrohten Dörfern wie Keyenberg und Kuckum zur Umsiedlung. Dabei ist längst klar: Die Dörfer und der Hambacher Wald können erhalten werden.

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