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Tschernobyl - ein Schatten, der in die Zukunft reicht

Am 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gedenken Menschen in aller Welt der Opfer des Unglücks und ihres Schicksals. Greenpeacer halten in 70 deutschen Städten Mahnveranstaltungen ab. In Hamburg startet am Abend die Greenpeace-Ausstellung Verstrahlt, verdrängt, vergessen. Auf dem Roten Platz in Moskau nahm die Polizei 13 Greenpeacer fest, die gegen die ungebremste weitere Nutzung der Atomkraft protestierten.

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Der Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 ist als schwarzer Tag in die Geschichte eingegangen. Ein Tag, dessen Schatten noch weit in die Zukunft hineinreichen werden. Tschernobyl war nicht einfach ein Industrieunfall. Tschernobyl war eine menschliche Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes, sagt Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International.

Er erinnert an die Kinder, die an Krebs und Missbildungen leiden und alle 15 Minuten unter extremen Schmerzen umgebettet werden müssen. Eltern, die selbst an strahlenbedingten chronischen Krankheiten leiden. Alte Menschen, die keine Alternative haben, Pilze essen und Holzscheite verheizen müssen, die in Westeuropa als radioaktiver Abfall gelten.

Wenn wir von den angeblichen Segnungen der Atomkraft hören, so Leipold, müssen wir in die Augen dieser Menschen sehen. Die internationale Gemeinschaft habe die Opfer von Tschernobyl allein gelassen. Nicht nur, indem sie die Folgen der Katastrophe herunterspielte. Auch indem sie sich für nicht verantwortlich erklärte. Indem sie es versäumte, die betroffenen Menschen aus dem Schatten von Tschernobyl zu holen und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Vom Leben in kontaminierten Zonen erzählt die Greenpeace-Ausstellung Verstrahlt, verdrängt, vergessen. Sie läuft weltweit während des gesamten Jahres 2006. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew startete sie am 18. April, in Moskau am 24. April. Eine Liste mit den zahlreichen internationalen Ausstellungsorten und den Terminen finden Sie unten auf dieser Seite.

An der Eröffnung am Mittwochabend in der Kampnagelfabrik in Hamburg nehmen auch zwei junge Frauen aus Weißrussland teil: Irina und Jelena Pastuschenko aus Gomel. Irina war 13 Tage, Jelena fünf Jahre alt, als das Unheil über sie hereinbrach. Zwölf Jahre später wurde bei beiden Schwestern ein Gehirntumor festgestellt.

Jelena Pastuschenko: An dem selben Tag, an dem meine Eltern aus Minsk zurückkehrten, wo meine Schwester wegen eines Gehirntumors operiert worden war, wurde mir die gleiche Diagnose gestellt. Ich wusste nicht, wie ich es meiner Mom sagen sollte: dass wir gleich wieder umkehren mussten nach Minsk, wohin mich der Arzt zur Operation bestellt hatte.

Der Eingriff war schwierig, ein wichtiger Nerv wurde durchtrennt. Für Jelena ging es um Leben oder Tod. Sie überlebte und kämpfte acht Jahre lang darum, wieder gehen zu können. Sie kämpft bis heute - mit ungebrochenem Willen - um ihre Gesundheit, um ihre Zukunft. Um ein ganz normales Leben.

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