Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Tschernobyl-Ausstellung im Münchener Gasteig

Für den Irrglauben einiger, die meinten, die Atomkraft beherrschen zu können, zahlen heute unzählige Menschen mit ihrer Gesundheit. Die Menschen von Tschernobyl gehören dazu. Für sie war nach dem 26. April 1986 nichts mehr so wie früher. Als um 1.23 Uhr der Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl explodierte, begann für viele von ihnen ein ungeheuerlicher Leidensweg, der bis heute andauert. Von ihren Schicksalen erzählt die Greenpeace-Fotoausstellung verstrahlt - verdrängt - vergessen. Sie ist vom 18. Oktober bis zum 5. November im Münchener Gasteig zu sehen.

  • /

Die 80 eindringlichen Fotos vermitteln einen Eindruck der erschütternden Folgen einer Atomkatastrophe und ähnlich schrecklicher Ereignisse in Russland, Weißrussland und Kasachstan. In weichen Schwarzweiß-Tönen erzählt der niederländische Fotograf Robert Knoth vom Leid der Betroffenen, von ihrem Alltag unter schwierigen Bedingungen und ihren Versuchen, dem Leben trotzdem ein wenig Glück abzuringen.

Dabei gelingt es dem mehrfach ausgezeichneten Fotografen, ein eigentümliches Gefühl von Nähe und Vertrautheit zu erzeugen. Es scheint, als ob einen die fotografierten Personen bis auf den Grund ihrer traurigen Seele blicken ließen. Bewegend. Beklemmend. Berührend. Die Texte der Journalistin Antoinette de Jong zu den Bildern entstanden auf Basis von Interviews mit den Betroffenen.

Die Ausstellung im Gasteig ist vom 18. Oktober bis zum 5. November 2006 täglich von 8 bis 23 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Anmeldung für kostenlose Gruppenführungen (auch vormittags möglich): Telefon 08143/7534

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Aufstand der Frauen

In Genf und Tokyo kämpfen zwei Frauen für besseren Schutz vor den Auswirkungen der Atomkatastrophe in Fukushima. Mit Etappensieg: Japan akzeptiert jetzt die UN-Auflagen.

Der Geschmack der Angst

Seit dem Super-GAU reist Heinz Smital, Greenpeace-Experte für Atomkraft, jährlich für Strahlenmessungen nach Fukushima. Hier erzählt er von seiner Tour im vergangenen September.

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.