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Wohin mit der Geisterflotte?

Die britische Umweltbehörde (EA) hat am Freitag angekündigt, 13 schrottreifen US-Kriegsschiffen den Zugang zu der Werft von Able UK zu verwehren. Begründung: Die Schiffe sollten nicht wie angekündigt im Trockendock auseinandergebaut werden, sondern im Wasser liegend. Ein hierfür nötiges Umweltgutachten sei nicht erstellt worden.

Vorrangig für die Behörde ist, sicherzustellen, dass die Umwelt geschützt ist und dass alle rechtlichen Forderungen erfüllt sind, erklärt Craig McGreevy, Leiter der Umweltbehörde.

Insgesamt 13 alte Marineschiffe sollten durch Able UK in Großbritannien gereinigt, auseinandergenommen und entsorgt werden. Das Geschäft würde Able UK mehrere Millionen Euro bescheren und 200 Arbeitsplätze schaffen.

Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es indessen Kritik an einer Entsorgung in Großbritannien. Denn dazu müssen die zwischen 40 und 50 Jahre alten Schiffe erst noch über den Atlantik. Umweltschützer befürchten, dass die Schiffe bei der Überfahrt auseinanderbrechen.

Das aber hätte verheerende Folgen: Die Schiffe sind beladen mit verschiedensten Chemikalien, darunter schwer abbaubare PCBs, Asbest und Dieselschweröl. Die 13 Schiffe sind in einem ernsten Verfallszustand, einige von ihnen haben schon auf dem James River in Virginia Öl verloren, hatte ein Sprecher des Sierra Clubs gewarnt.

Trotz aller Bedenken sind vier der Schiffe zu der gefährlichen Überfahrt bereits aufgebrochen. Unklar ist aber, was nach ihrer Ankunft mit ihnen geschieht. Womöglich dümpeln die Schiffe dann in britischen Gewässern vor sich hin. (mod)

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