Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wieder Trinkwasser nach Chemieunfällen in China gefährdet

In China haben sich erneut zwei große Chemieunfälle ereignet. Wieder ist die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen gefährdet worden. Wie die amtliche chinesische Nachrichtengentur Xinhua am Sonntag berichtete, gelangte bereits am Mittwoch vergangener Woche in der Provinz Hunan krebserregendes Cadmium aus einer Gießerei in den Fluß Xiangjiang. Bei einem weiteren Unfall flossen am Donnerstag sechs Tonnen Dieselöl aus einer geplatzten Pipeline in einen Zufluss des Gelben Flusses.

  • /

Der Xiangjiang dient den sechs Millionen Einwohnern der Provinzhauptstadt Changsha als Trinkwasserquelle. Xinhua zufolge haben Gegenmaßnahmen den Cadmiumgehalt am Samstag knapp über den erlaubten Grenzwert absenken können. Am Mittwoch war der Cadmiumlevel noch rund 26-mal höher als erlaubt gewesen. Die örtlichen Behörden hatten den Fluss mit frischem Stauwasser und andere Chemikalien behandelt.

Entlang des gelben Flusses wurden 63 Pumpstationen abgestellt, um die Bevölkerung vor dem ausgetretenen Dieselöl zu schützen, berichtete Xinhua. Nach offiziellen Angaben ist die alternative Versorgung über Wasser aus Reservoiren noch für mehrere Monate möglich. Unabhängig von den beiden Unfällen rief die chinesische Regierung einen Notfallplan ins Leben, um besser auf derartige Unfälle, aber auch auf Naturkatastrophen und Unruhen reagieren zu können.

Bereits Ende letzten Jahres war es zu zwei größeren Chemieunfällen gekommen. So vergifteten im Dezember große Mengen Cadmium aus einer Schmelzhütte den Fluss Beijiang in Südchina. Im November war nach der Explosion einer Fabrik Benzol in den Fluss Songhua geraten. In der Folge waren in beiden Fällen Millionen Chinesen von einer sicheren Leitungswasserversorgung abgetrennt.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.