Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wie viel Reizwäsche tragen Sie heute?

Allergien, juckende Haut und Kopfschmerzen: Chemikalien in Textilien können zu akuten Beschwerden führen. Gegen solche Reizwäsche präsentiert Greenpeace am Montag in Madrid einen Toxic-Free-Catwalk im Circulo de Bellas Artes. 15 spanische Top-Designer haben für diesen Event Kollektionen kreiert, die frei von den gefährlichsten Chemiekalien sind. Unterstützt wird Moda Sin Toxicos von Spaniens größtem Bekleidungshersteller Inditex, zu dem auch die Modekette Zara gehört, sowie Mango und Camper.

  • /

Etwa ein Viertel der weltweit produzierten Chemikalien kommt in der Bekleidungsbranche zum Einsatz. Unter ihnen Azofarbstoffe - von denen einige in Deutschland verboten sind, weil sie Krebs erregende aromatische Amine freisetzen können.

Aber auch Formaldehyd findet man in unserer Bekleidung oder sogar hochgiftige Schwermetalle: Chromverbindungen sollen die Wasch- und Lichtechtheit von Wolle verbessern, Blei findet sich in farbigen Aufdrucken beispielsweise bei Kinder-T-Shirts oder Nickel in den Knöpfen, wodurch eine Nickelallergie ausgelöst werden kann.

Mit REACH gegen Reizwäsche

Den Toxic-Free-Catwalk in Madrid veranstaltet Greenpeace im Rahmen seiner Kampagne für eine starke EU-Chemikaliengesetzgebung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien). Greenpeace setzt sich für eine Gesetzgebung ein, die den Ersatz von gefährlichen Chemikalien in Verbraucherprodukten wie Textilen durch ungefährliche Alternativen vorschreibt.

In den kommenden Monaten haben die Mitglieder im Europäischen Parlament und die Minister im Wettbewerbsrat noch einmal die Chance, die REACH-Verordnung entscheidend zu verbessern. Für die anstehenden Verhandlungen fordert Greenpeace von den europäischen Entscheidungsträgern:

  • Gefährliche Chemikalien müssen ersetzt werden.
  • Ausreichende Daten über Chemikalien müssen vorliegen! Die EU muss dafür sorgen, dass Produzenten und Importeure von Chemikalien ausreichende Informationen über die Auswirkungen vorlegen.

Vorsicht Mogelpackung!

Es gibt bereits eine Vielzahl von ökologischen Textillabeln. Das weltweit bekannteste Textil-Öko-Label ist Öko-Tex-Standard 100. Dieses Label ist jedoch eine Mogelpackung: Fertige Kleidungsstücke müssen lediglich auf einzelne Schadstoffe geprüft werden. Grenzewerte für Schwermetalle oder Pestizide sind kaum strenger als gesetzlich vorgeschrieben. Von umweltfreundlicher Produktion kann keine Rede sein: Strikte Auflagen für die eingesetzten Rohstoffe, für Herstellung und Transport fehlen gänzlich. Daher ist dieses Label nicht empfehlenswert.

Dagegen sind Hessnatur, purewear, IVN Naturtextilien, Green Cotton, IFOAM und andere zuverlässige Öko-Etiketten für Textilien.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Weg mit dem Müll

Was tun mit seinem Müll, wenn man ihn nicht selbst entsorgen will? Recherchen zeigen: Reiche Länder exportieren Hunderttausende Tonnen nach Malaysia ­– zum Schaden des Landes.

Mach was!

Während der Handel mit Rabattschlachten zum Massenkonsum ruft, trafen sich am Wochenende Kreative und Künstler, die auf Reparieren, Selbermachen, Tauschen setzen statt auf Kaufen.

Pakete bis zum Mond

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.