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VW hat Fortschritt verschlafen

Keuchende und hustende Greenpeace-Aktivisten in Krankenbetten haben am Montag vor dem Kanzleramt für den Dieselrußfilter demonstriert. Die sechs Patienten protestierten mit Schildern mit der Aufschrift VW-Diesel macht Krebs für die Einführung strenger Grenzwerte. Die rot-grüne Bundesregierung will Rußpartikelfilter für Diesel-PKW ab nächstem Jahr steuerlich begünstigen.

Dies ist auch Thema auf dem Autogipfel von Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Vorstandschefs des europäischen Automobilverbands ACEA. Der amtierende Präsident des ACEA und VW-Vorstandschef, Bernd Pischetsrieder, will nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) die Einführung der Filterförderung um weitere zweieinhalb Jahre verzögern. Zusätzlich will er einen vier- bis fünfmal höheren Grenzwert für Rußpartikel durchsetzen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass Partikel aus Dieselruß für zahlreiche Atemwegserkrankungen mit verantwortlich sind. So sterben jährlich tausende Menschen unnötigerweise an Lungenkrebs, denn diese schädlichen Mikroteilchen können durch Dieselrußfilter fast völlig zurück gehalten werden.

Ein Feldversuch von Greenpeace hat gezeigt, dass der von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) angestrebte Grenzwert von 2,5 mg/km auch in der Nachrüstung problemlos eingehalten werden kann. Nach einer aktuellen Marktrecherche der DUH war im gesamten Volkswagen-Konzern, zudem auch die Automarken Audi und Skoda gehören, gerademal ein Modell mit Rußfilter lieferbar. Im Vergleich dazu, können andere Autofirmen bereits bis zu zwölf Modelle mit Filter liefern.

Günter Hubmann, Experte bei Greenpeace fragt: Wie viele Menschen müssen noch sterben oder krank werden, nur weil Herr Pischetsrieder die Dieselrußfilter-Technik verschlafen hat? Beim Rußfilter geht es nicht um technische Details oder wirtschaftliche Nachteile, sondern die Gesundheit der Menschen.

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