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Tsunami schwemmt in Somalia Giftmüll frei

Die verheerende Flutwelle, der in Asien rund 300.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, hat an der ostafrikanischen Küste gefährlichen Giftmüll freigeschwemmt. In Somalia klagen Anwohner über ungewöhnliche Blutungen im Mund, Atemwegsprobleme und Hautkrankheiten. Das geht aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor.

Dem Report zufolge ist die somalische Küste seit den frühen Achtzigerjahren als Abladeplatz für den giftigen und radioaktiven Abfall anderer Staaten benutzt worden. Unzählige Schiffsladungen mit Risikomüll seien einfach auf die Strände gekippt worden: leckende Fässer und Container mit uranhaltigem Atommüll, mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Durch den jahrelangen Bürgerkrieg zerstörte staatliche Strukturen und die Unfähigkeit der Behörden seien schuld an dem Problem.

Die UNEP hatte auf Wunsch einiger betroffener Staaten die Auswirkungen des Tsunami auf die Umwelt der Länder untersucht. Der Report fasst die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammen. Er stellt unter anderem fest, dass Regionen mit gesunder Küstenvegetation weniger unter der Naturkatastrophe zu leiden hatten als andere. Intakte Korallenriffe, Mangrovenwälder oder auch Torfsümpfe hielten der Welle stand und milderten ihre Wucht. (sit)

Der UNEP-Report (PDF in englischer Sprache, 8,5 MB)

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