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Gegen Greenwashing bei Jeansmarke G-Star

Totenkopf am Laden

In der Chemie gilt der Totenkopf als Gefahrensymbol. Daher haben Greenpeace-Aktivisten bereits von Südafrika über Hongkong bis Holland Schaufenster von G-Star mit dem Sensenmann beklebt. Freitag und Samstag hing er auch an den Flag-Stores von 15 deutschen Städten. Die Jeans- und Modemarke produziert mit giftigen Chemikalien.

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G-Star verkauft sich in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus, sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. Im vergangenen Jahr hatte Greenpeace hormonähnliche Nonylphenolethoxylate (NPE) in Produkten von G-Star nachgewiesen.

NPE werden bei Wasch- und Färbeprozessen eingesetzt. Als Produktionsabwasser belasten die Chemikalien chinesische Flüsse, als Haushaltsabwässer Flüsse in Deutschland. Nonylphenol reichert sich in der Nahrungskette an, ist schwer abbaubar und sehr giftig für Wasserlebewesen.

Detox: Für eine bessere Umweltbilanz von Textilien

Greenpeace engagiert sich mit der Kampagne Detox für eine Textilproduktion ohne gefährliche Chemikalien. H&M, C&A, Puma, Adidas, Nike und der chinesische Sportartikelhersteller Li-Ning haben bereits 2011 konkrete Pläne zur Entgiftung ihrer Textilproduktion vorgelegt.

Auch G-Star hat kürzlich eine Stellungnahme veröffentlicht.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduktion von Risikochemikalien sind jedoch wenig ambitioniert und bleiben weit hinter dem Engagement anderer Unternehmen zurück. Welche Chemikalien verwendet und freigesetzt werden, will die Marke nur so weit wie möglich fabrikgenau bekannt geben. NPE sollen erst Ende 2014 vollständig gebannt sein.

Menschen, die an Produktionsstandorten leben, haben ein Recht zu erfahren, welche Substanzen ihre Flüsse verschmutzen und Gesundheit gefährden, kommentiert Santen. Auch den Ersatz von Nonylphenol treiben andere Firmen viel engagierter voran. Wir können nicht noch jahrelang zusehen, wie Trinkwasserquellen in China, Indonesien oder Thailand vergiftet werden. Die niederländische Jeans- und Modemarke G-Star befindet sich auf weltweitem Expansionskurs. Fast monatlich wird ein neuer Flagship-Store eröffnet.

Greenpeace fordert: G-Star muss dem Beispiel anderer Unternehmen folgen und veröffentlichen, wo welche Chemikalien in die Umwelt freigesetzt werden. Alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Produktionschemikalien sollten zügig durch ungefährliche Alternativen ersetzt werden. Alles andere ist Greenwashing.

Was können Sie tun?

Publikationen

Report: Schmutzige Wäsche (Teil 1)

Der Greenpeace-Report gibt einen Einblick, wie die Textilindustrie chinesische Flüsse mit gefährlichen Chemikalien verschmutzt. Die belasteten Gewässer bedrohen wiederum wertvolle Ökosysteme und die Gesundheit der Bewohner.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Zur Kampagne

Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

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