Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Nike verspricht Giftverzicht

Greenpeace kann einen weiteren Erfolg in der Kampagne gegen schmutzige Wäsche verzeichnen: Nach Puma hat nun auch Nike bekanntgegeben, zukünftig auf gefährliche Chemikalien verzichten zu wollen. Nun muss nur noch Adidas Farbe bekennen.

  • /

Bis zum Jahr 2020 will der Sportmarkenhersteller Nike alle gefährlichen Chemikalien aus der Herstellung seiner Textilien verbannen. Außerdem will Nike alle von Zulieferern verwendeten Chemikalien veröffentlichen. Der Marktführer sicherte zu, seinen Umsetzungsplan innerhalb von acht Wochen zu veröffentlichen. Greenpeace wird die Entwicklung bei Nike genau beobachten.

Mit diesen Maßnahmen wird nun neben Puma auch Nike dafür sorgen, dass sich die Wasserverschmutzung durch die Textilindustrie und damit die Belastung für Mensch und Umwelt in den Herstellungsländern verringert. Nike und Puma erkennen ihre Verantwortung und reagieren richtig auf unsere Recherchen, urteilt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.

Die Bekleidungsindustrie zählt zu den Branchen, die sehr viel Wasser verbrauchen: In die Produktion von einem Kilo Stoff fließen bis zu 100 Liter Wasser. Denn die Textilien werden mehrmals gewaschen, bevor sie im Laden liegen. Sie sollen möglichst wenig Rückstände der vielen Chemikalien enthalten, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden. Durch die Maßnahmen, die Puma und Nike ergreifen, senden die Firmen auch ein wichtiges Signal für viele Käufer, meint Manfred Santen. Die Käufer wollen sicher sein, dass ihre Lieblingsmarke sauber ist und Missstände beseitigt. Das geht nur, wenn bei der Herstellung alles stimmt. Nun muss aber auch Adidas Farbe bekennen.

Adidas weiter ohne Reaktion

In der Reihe der großen Drei ist Adidas die einzige Sport- und Lifestyle-Marke, die sich bisher noch nicht aufgrund der Detox-Kampagne bewegt hat. Es überrascht, dass Adidas in diesem Fall nicht voran geht. Dieser Hersteller war neben Nike schon mal unter den Ersten, die Umweltzerstörung beseitigen wollten, sagt Santen. Als Greenpeace im Jahr 2009 Schuh-Markenhersteller aufforderte, nicht länger Leder von Rinderfarmen zu verarbeiten, die den Amazonas-Urwald zerstören, reagierte Adidas schnell. Doch nun setzen andere den Standard.

Dabei ist Adidas genau wie Nike und Puma dafür verantwortlich, dass die Zulieferer-Firmen in China giftige Chemikalien in den Pearl River und den Jangtse einleiten. Neben der Umwelt sind diese Chemikalien auch höchst gesundheitsgefährdend für die Menschen, die ihr Trinkwasser aus den Flüssen beziehen, darin fischen und das Wasser für die Landwirtschaft verwenden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Zur Kampagne

Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Raus aus den roten Zahlen

Ab heute lebt die Welt über ihre Verhältnisse. Doch gegen Verschwendung und unnötigen Konsum lässt sich etwas tun, zeigen bundesweit Greenpeace-Gruppen am Erdüberlastungstag.

Eine ganz große Null

Seit sieben Jahren arbeitet Greenpeace intensiv daran, mit der Modebranche ihre Textilien zu entgiften. Mit Erfolg! Doch nachhaltige Mode bedeutet nicht nur „ungiftig“.