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Alles muss raus!

Puma, Adidas & Nike haben bereits zugesagt, Champions in giftfreier Mode zu werden. Das reicht aber nicht aus. Auch für Textilien von Hennes und Mauritz (H&M) werden gefährliche Chemikalien verwendet, die Umweltprobleme in den Herstellungsländern verursachen. Deshab fordern Greenpeace-Aktivisten in verschiedenen deutschen Städten von H&M Saubere Wäsche. Ihre Botschaft ist: Alles muss raus - entgiftet H&M!

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Da Käuferinnen und Käufer die Schadstoffe nicht erkennen können, kennzeichnen Aktivisten T-Shirts und Shorts mit der Formel von Nonylphenol. Sogenannte Nonylphenolethoxylate (NPE) - aus denen Nonylphenol entsteht - werden bei der Textilherstellung eingesetzt. In geringen Rückständen finden sie sich auch im fertigen Textil.

Textilfabriken in Billiglohnländern produzieren 90 Prozent der weltweit verkauften Bekleidung - häufig unter miserablen Umweltauflagen. So werden für ein Kilogramm Stoff bis zu 100 Liter Wasser verbraucht - und die Abwässer wieder in die Flüsse entlassen.

Chemikalien in H&M-Textilien nachgewiesen

Große Textilmarken wie H&M lassen ihre Produkte mehrmals waschen, bevor sie bei uns in die Geschäfte kommen. In T-Shirts und Trikots sollen sich möglichst wenige Rückstände der etwa 3000 Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können.

Dennoch konnte Greenpeace in der Untersuchung Schmutzige Wäsche 2 nachweisen, dass H&M-Textilien Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten.

NPE werden in der Bekleidungsindustrie vielfältig genutzt. Sie gelangen als Nonylphenol in den Wasserkreislauf und reichern sich in der Nahrungskette an. Die hormonell wirksame Substanz wurde auch in menschlichem Gewebe nachgewiesen. In der EU ist die Anwendung von NPE seit 2003 weitgehend verboten.

Dem Verbraucher bleibt nichts anderes übrig, als Druck auf die Hersteller zu machen, sagt Ulrike Kallee, Chemieexpertin bei Greenpeace. H&M muss eine Deklaration ihrer Chemikalien vorlegen und Risiko-Stoffe durch ungefährliche Alternativen ersetzen.

Mit 377 Filialen ist Deutschland weltweit der wichtigste Markt für H&M. Das schwedische Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit 700 Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und gefährliche Chemikalien ausschließen.

Auch Nonylphenole und dessen Ethoxylate stehen auf der von H&M veröffentlichten Liste für Chemikalien, die während der Produktion nicht zum Einsatz kommen dürfen. Da Greenpeace auch in H&M-Produkten NPE nachgewiesen hat, scheint die freiwillige Selbstverpflichtung nicht zu greifen, schlussfolgert Kallee.

Fordern Sie von H&M, Verantwortung zu übernehmen: Schicken Sie eine elektronische Postkarte mit dem Waschzettel-Motiv eines chinesischen H&M-Produkts und dem Warnhinweis: Diese Textilie verursacht Wasserverschmutzung an die H&M-Zentrale*.

Sie können die Kampagne auch auf der Kampagnen-Community GreenAction unterstützen.

*Anmerkung der Readktion: Diese Mitmachaktion wurde erfolgreich abgeschlossen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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