Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Strafanzeige gegen DaimlerChrysler

Dieselruß ist lebensgefährlich! Rußpartikel verursachen Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Asthma und Allergien. Das Umwelt- und Prognoseinstitut Heidelberg schätzt, dass pro Jahr rund 8.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs durch Dieselruß sterben. Doch die Autoindustrie im Lande lässt das völlig kalt. Sie weigert sich, die längst vorhandenen Rußfilter in ihre Dieselfahrzeuge einzubauen, obwohl es auch technisch kein Problem wäre. Stattdessen rollen weiter Dieselschweine von den Fließbändern der deutschen Autohersteller.

Greenpeace ruft in einer bundesweiten Kampagne die Menschen dazu auf, das gefährliche Treiben der Autobauer nicht länger hinzunehmen. Wo unnötig und wissentlich Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, da wird das Recht missachtet. Deshalb fordert Greenpeace die Bürger auf, Strafanzeige gegen DaimlerChrysler und gegen VW zu stellen.

Tausende Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Dieselrußes, obwohl es einfache technische Lösungen dagegen gibt, erklärt Greenpeace-Sprecher Günter Hubmann und fordert: DaimlerChrysler muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Man könne getrost davon ausgehen, dass alle Autohersteller die Pläne für die Technik längst in der Schublade haben. Es gibt nur einen Grund, weshalb sie keine Filter einbauen: Konzerne wie DaimlerChrysler und VW sind nicht bereit, mit einem Bruchteil ihrer Gewinne Menschen vor Dieselkrebs zu schützen.

Für gerade einmal 200 Euro könnte DaimlerChrysler jedes neue Fahrzeug serienmäßig mit einem Rußfilter ausrüsten. Der französische Hersteller PSA hat es bereits vorgemacht. Seit dem Jahr 2000 bietet er mit den Modellen Peugeot und Citroën serienmäßig Rußfilter an - ohne Mehrkosten für den Verbraucher. Obwohl alle Bundestagsfraktionen für einen Dieselfilter sind, vernachlässigt die Bundesregierung ihre Vorsorgepflicht und lässt die Industrie gewähren. Freiwillig kommen die deutschen Autobauer dem französischen Vorbild jedoch nicht nach.

Neben der Möglichkeit, Strafanzeige zu stellen, kann jede und jeder beim Neuwagen-Kauf nur Dieselwagen mit Filtertechnik wählen, die allerdings zurzeit ausschließlich von Peugeot und Citroën angeboten werden. Darüberhinaus kann man seinem Lieblings-Autohersteller auffordern, künftig alle seine Diesel-Modelle serienmäßig mit Filter auszustatten. Dabei sollte betont werden, dass eine zukünftige Kaufentscheidung davon abhängig sei, ob die Gesundheitsgefährdung durch Dieselruß minimiert wurde.

Wenn Sie Strafanzeige stellen wollen, dann laden Sie sich einfach unser Merkblatt für Strafanzeigen (PDF) herunter. Lesen Sie es gründlich durch.

Dann können Sie sich auch die von einem Rechtsanwalt vorformulierte Strafanzeige herunterladen (PDF) und sie ausdrucken. Tragen Sie lediglich oben Ihren Namen und Ihre Anschrift ein, unterschreiben Sie sie und bringen Sie sie zur nächsten Polizeidienststelle. Um die Rechtsform zu wahren, sollten Sie nichts an dem Text verändern.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.