Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

SPD für schärfere Dieselruß-Grenzwerte

Die SPD-Bundestagsfraktion hat heute nach langer Debatte ein Eckpunktepapier zu Dieselrußemissionen verabschiedet. In dem Papier schließt sich die SPD-Fraktion der Forderung von Bündnis 90/Die Grünen nach strengeren Grenzwerten und einer steuerlichen Förderung sauberer Dieselfahrzeuge ab 2005 an.

Das Eckpunktepapier kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Günter Hubmann:

Greenpeace begrüßt die heutige Entscheidung und atmet auf. Endlich hat sich die SPD-Bundestagsfraktion dazu durchgerungen, Gesundheitsschutz vor Industrieinteresse zu stellen. Der heute beschlossene Grenzwert von 2,5 Milligramm Ruß pro gefahrenem Kilometer zwingt die deutsche Autoindustrie, Rußfilter in alle neuen Dieselfahrzeuge einzubauen und nicht nur in ein paar Limousinen.

Genau dies wollten die deutschen Autohersteller verhindern, die anders als ihre französischen Konkurrenten die Filtertechnik schlicht verschlafen haben. Vor allem VW hatte in den vergangenen Wochen versucht, mit massivem Druck auf die Abgeordneten sowie direkter Intervention beim Bundeskanzler das Eckpunktepapier zu verhindern.

Jetzt muss sich Bundeskanzler Schröder gemeinsam mit den Bundesländern dafür einsetzen, dass ab kommendem Jahr Dieselfahrzeuge mit Rußfilter steuerlich gefördert werden. Schärfere Grenzwerte gibt es EU-weit frühestens ab 2010. Die Zeit drängt aber, denn Dieselruß macht Krebs und Dieselkrebs fordert pro Jahr 8.000 Menschenleben in Deutschland.

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Mehr zum Thema

Übles Mehr in Meeresfrüchten

Plastik ist überall. Erst im Supermarktregal, dann im Meer – und wieder auf dem Teller: Eine Greenpeace-Untersuchung belegt Mikroplastik-Funde in vielen Fischeinkäufen.

Ab Werk in den Abfall

Eine ganze LKW-Ladung Neuware pro Woche landet im Müll: Bilder aus dem Amazon-Logistikzentrum in Winsen an der Luhe belegen rücksichtslose Praktiken im Onlinehandel.

Frechheit!

Mit einer Plakataktion macht Greenpeace in Hamburg auf die Retourenvernichtung bei Amazon aufmerksam. Der Ton ist ruppig, doch für die Sauerei sorgt der Onlinehändler ganz alleine.