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Raus aus der EU-Kommission, rein in die Chemieindustrie

Als Umzugshelfer verkleidete Greenpeace-Aktivisten haben Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Industriekommissar Günter Verheugen am Mittwoch vor dem Hauptsitz der Europäischen Union in Brüssel zum Umzug aufgefordert. Die beiden Politiker haben sich in der Diskussion um die künftige EU-Chemikalienverordnung REACH immer wieder auf die Seite der chemischen Industrie gestellt. Deshalb sollten sie besser gleich für Chemieunternehmen statt für die EU-Kommission arbeiten, so der Vorschlag von Greenpeace.

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Die Aktivisten befestigten ein Banner mit einem Bild der beiden Männer, die ein Baby aus einem Reagenzglas mit giftigen Chemikalien füttern. Herr Barroso und Herr Verheugen, wie weit wollen Sie für die Chemieindustrie noch gehen?, lautet die Frage an die beiden Politiker auf dem Banner. Kinder werden mit einem Cocktail aus giftigen Chemikalien in den Blutbahnen geboren, und Herr Barroso und Herr Verheugen unterstützen Unternehmen, die weiterhin solche Substanzen produzieren wollen, kritisiert Nadia Haiama von Greenpeace Europa.

Es ist nicht überraschend, dass die chemische Industrie für ihr Recht auf ungestraftes Verschmutzen kämpft, aber wenn die Europäische Kommission diese Position verteidigt, läuft etwas falsch. Wenn Herr Barroso und Herr Verheugen beabsichtigen, den Profit der Chemieindustrie vor das öffentliche Intersse zu stellen, sollten sie umziehen, erklärt Haiama.

Auf Flugblättern schlagen die Aktivisten den Politikern neue Arbeitsplätze vor: Barroso solle künftig für den Europäischen Chemieverband arbeiten und Verheugen für das Chemieunternehmen BASF. Beide Organisationen betreiben aggressive Lobbyarbeit, um die Chemikalienverordnung REACH zu untergraben und der Chemieindustrie weiterhin zu erlauben, tausende gefährliche Chemikalien ohne Gesundheits- und Sicherheitsinformationen auf dem Markt zu behalten. Am 17. November findet eine erste Abstimmung über die künftige Chemikalienverordnung im EU-Parlament statt. (Autorin: Nadine Behrens)

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