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Quasi-Freispruch

In Marseille hat am Montag die Militärkammer des dortigen Strafgerichts ein überraschendes Urteil gefällt: Sie erklärte zwar die sechs Greenpeace-Aktivisten, die an einer Protestaktion gegen den asbestverseuchten Flugzeugträger Clemenceau teilgenommen hatten, nach den Buchstaben des Gesetzes für schuldig, verhängte aber keine Strafe. Dies kommt nach Ansicht des Greenpeace-Anwaltes einem de facto-Freispruch gleich.

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Nach Auffassung des Gerichts sind die Greenpeacer aus Frankreich, Belgien und Dänemark schuldig, sich unberechtigt Zugang zu einer militärischen Anlage verschafft zu haben. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft, dafür eine Geldstrafe von 10.000 Euro zu verhängen, folgte der Richter aber nicht.

Die Greenpeace-Aktivisten, fünf Männer und eine Frau, hatten im vergangenen Dezember im Militärhafen von Toulon dagegen protestiert, das asbestverseuchte Schiff in Indien abwracken zu lassen. Sie bestiegen einen Turm an Bord der Clemenceau und einen Kran. Greenpeace-Aktivisten setzten auch später noch den Protest gegen die Verschiebung des giftigen Wrackes fort, so dass Frankreichs Staatschef Jacques Chirac Mitte Februar 2006 den ehemaligen Flugzeugsträger aus dem Indischen Ozean nach Frankreich zurückbeorderte. Nun wird das Schiff in der Nähe von Brest abgewrackt.

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