Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest gegen Zellstofffabrik in Uruguay

Bei einer Greenpeace-Protestaktion gegen den Bau einer umweltverschmutzenden Zellstofffabrik in Urugay sind am Dienstagmorgen zehn Aktivisten aus Mexiko, Chile, Brasilien, Argentinien, Uruguay und Deutschland in Gewahrsam genommen worden. Sie hatten versucht auf frisch montierten Stützpfeilern in einem Fluss zu kampieren. Der Baustellenbetrieb kam dadurch zum Erliegen.

  • /

Federführend bei dem Bau der Fabrik ist die Firma Botnia, ein Zellulosehersteller aus Finnland. Die Zellstofffabrik soll direkt am Rio Uruguay entstehen, dem Grenzfluss zwischen dem gleichnamigen Land und Argentinien. Kurz nach Bekanntwerden des Bauvorhabens entwickelten sich diplomatische Spannungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, weil sich in Argentinien Protest gegen die Fabrik formierte.

Botnia will hier jährlich viele hunderttausend Tonnen Zellulose produzieren. Dabei wird eine Technologie eingesetzt, die die Ökosysteme im Rio Uruguay zerstören wird, sagt Greenpeace-Sprecher Juan Carlos Villalonga. Bedroht ist das Leben der Fische im Fluss, aber auch der Menschen, die am und vom Fluss leben. Botnia will die mangelnde Abstimmung zwischen den beiden Anrainerstaaten in Umweltauflagen ausnutzen. In der Fabrik will die finnische Firma ein veraltetes Verfahren der Chlorbleiche einsetzen, bei dem giftige chlororganische Substanzen in den Fluss geleitet werden.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Weg mit dem Müll

Was tun mit seinem Müll, wenn man ihn nicht selbst entsorgen will? Recherchen zeigen: Reiche Länder exportieren Hunderttausende Tonnen nach Malaysia ­– zum Schaden des Landes.

Mach was!

Während der Handel mit Rabattschlachten zum Massenkonsum ruft, trafen sich am Wochenende Kreative und Künstler, die auf Reparieren, Selbermachen, Tauschen setzen statt auf Kaufen.

Pakete bis zum Mond

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.