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Protest gegen Zellstofffabrik in Uruguay

Bei einer Greenpeace-Protestaktion gegen den Bau einer umweltverschmutzenden Zellstofffabrik in Urugay sind am Dienstagmorgen zehn Aktivisten aus Mexiko, Chile, Brasilien, Argentinien, Uruguay und Deutschland in Gewahrsam genommen worden. Sie hatten versucht auf frisch montierten Stützpfeilern in einem Fluss zu kampieren. Der Baustellenbetrieb kam dadurch zum Erliegen.

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Federführend bei dem Bau der Fabrik ist die Firma Botnia, ein Zellulosehersteller aus Finnland. Die Zellstofffabrik soll direkt am Rio Uruguay entstehen, dem Grenzfluss zwischen dem gleichnamigen Land und Argentinien. Kurz nach Bekanntwerden des Bauvorhabens entwickelten sich diplomatische Spannungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, weil sich in Argentinien Protest gegen die Fabrik formierte.

Botnia will hier jährlich viele hunderttausend Tonnen Zellulose produzieren. Dabei wird eine Technologie eingesetzt, die die Ökosysteme im Rio Uruguay zerstören wird, sagt Greenpeace-Sprecher Juan Carlos Villalonga. Bedroht ist das Leben der Fische im Fluss, aber auch der Menschen, die am und vom Fluss leben. Botnia will die mangelnde Abstimmung zwischen den beiden Anrainerstaaten in Umweltauflagen ausnutzen. In der Fabrik will die finnische Firma ein veraltetes Verfahren der Chlorbleiche einsetzen, bei dem giftige chlororganische Substanzen in den Fluss geleitet werden.

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