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Kanada: Kommt Ölpipeline nun doch?

Das US-Außenministerium hat eine Studie zur Umweltverträglichkeit der geplanten Keystone-XL-Pipeline vorgestellt. Die umstrittene Pipeline würde nach ihrer Fertigstellung täglich bis zu 830.000 Barrel Öl aus Teersanden befördern. Vorgesehen ist eine Route quer durch die USA, von Alberta in Kanada bis an die Golfküste. In der Studie wird der Pipeline eine annehmbare Umweltverträglichkeit bescheinigt. Greenpeace kritisiert das Ergebnis scharf.

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Die Verfasser der Studie kommen zu dem Schluss, dass sich die CO2-Belastung durch die Pipeline nicht deutlich erhöhen würde. Zudem sei nicht zu erwarten, dass wegen der Pipeline mehr Öl aus Teersanden gewonnen würde. Phil Radford, Geschäftsführer von Greenpeace USA, kommentiert:

"Die Idee, dass diese Pipeline nur ein geringes Umweltrisiko darstellt, ist lachhaft. Die Pipeline würde die schmutzigsten Brennstoffe auf der Erde durch sechs US-Staaten transportieren. Die Gefahren durch Öl- und Umweltverschmutzungen sind nicht hinnehmbar. Wird die Pipeline gebaut, entspricht das 37 Millionen neuen Autos auf US-Straßen. Warum investieren wir in die Ölinfrastruktur, wenn die Kosten für erneuerbare Energien wie Wind und Sonne weiter sinken?"

Umweltschützer setzen sich seit langem gegen das Projekt ein. Auch US-Schauspielerin Daryl Hannah hat sich mehrfach an Protestaktionen gegen die Pipeline beteiligt: "Zehntausende von Menschen in ganz Nordamerika haben sich zu Wort gemeldet, um gegen dieses Vorhaben zu protestieren und um ihr Klima und ihre Wasserversorgung zu schützen. Eines steht fest: Präsident Obama muss dieses Projekt stoppen und im Interesse von künftigen Generationen in saubere Energien investieren."

Der "Kill Bill"-Star wurde am 30. August 2011 während einer Demonstration am Weißen Haus gemeinsam mit Radford vorübergehend festgenommen. Die Demonstranten hatten Präsident Obama dazu aufgerufen, das Projekt zu beenden.

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