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Explosion an Gas-Plattform im Golf von Mexiko

Nach einer Explosion an der Gas-Plattform "Hercules 265" im Golf von Mexiko ist die Plattform am Mittwoch teilweise eingestürzt. Bei Flügen über die Unglücksstelle haben die zuständigen US-Behörden festgestellt, dass der Bohrturm und die Bohrbühne zusammengebrochen sind. Immer noch dringt unkontrolliert Gas aus einem Leck.

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Nach Berichten der US-Küstenwache kam es am Dienstagabend zu einer Explosion an der Plattform, nachdem bereits am Morgen ein Gasleck ("Blowout") gemeldet worden war und die 47 Arbeiter anschließend evakuiert wurden. Vor dem Brand waren Versuche, die Gas-Austrittsstelle zu schließen, erfolglos geblieben. Mindestens zwei Brandbekämpfungs-Schiffe sind nun vor Ort und konzentrieren sich derzeit weniger darauf, das Feuer zu löschen als Hitzeschäden an der Plattform abzuwenden.

Die Behörde für Umweltsicherheit (BSEE) erklärte, dass auf der Wasseroberfläche ein "heller Schimmer" erkennbar sei, der sich im Wasser schnell wieder auflöse. Die Plattform befindet sich knapp 90 Kilometer vor der Küste Louisanas.

Nach Angaben des Betreibers Walter Oil & Gas Corp. waren Arbeiter vor dem Brand damit beschäftigt, eine sogenannte "Sidetrack"-Bohrung durchzuführen, mit der gewöhnlich Probleme an der Bohrstelle behoben werden. Unklar ist jedoch, was den Blowout verursacht hat und wie es zu dem anschließenden Brand kommen konnte. Der Unfall zeigt erneut, wie schwer es der Industrie fällt, Offshore-Förderprojekte sicher durchzuführen und Unfälle unter Kontrolle zu bringen.

In der Region weckt der Unfall böse Erinnerungen: Im Jahr 2010 hatte sich mit dem Deepwater Horizon-Desaster, bei dem fast 800 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko strömten, eine der schlimmsten Umwelt-Katastrophen in der US-Geschichte ereignet. Ebenfalls ins Gedächtnis gerufen wird der Blowout der Nordsee-Gasplattform Elgin im Jahr 2012. Die "Water Oil & Gas Corp." erklärte, es sei aufgrund der relativ geringen Gasmenge damit zu rechnen, dass das Feuer, falls Löscharbeiten erfolglos blieben, nach wenigen Tagen von alleine erlischt.

Das Unglück ist gleichsam ein erneute Warnung vor Ölbohrungen in der Arktis, die derzeit von den Ölkonzernen Shell und Gazprom vorbereitet werden: Die dortigen Bedingungen für Notfallmaßnahmen sind um ein Vielfaches ungünstiger als die im Golf von Mexiko. Eine Greenpeace-Petition für den Schutz der Arktis haben weltweit bereits über 3,5 Millionen Menschen unterzeichnet.

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