Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Noranda - ein Unternehmen gegen die Umwelt

Einen gut dreieinhalb Meter hohen Wall haben Greenpeace-Aktivisten am Donnerstag vor der Zentrale der kanadischen Minengesellschaft Noranda in Toronto errichtet. Führenden Angestellten des Unternehmens überreichten sie einen vernichtenden Bericht über die bisherige Umweltbilanz der Firma. Anlass des Greenpeace-Protests sind Pläne des Multis, im chilenischen Teil Patagoniens ein umweltschädliches Aluminiumwerk aufzubauen.

Das geplante Werk würde jährlich 1,5 Millionen Tonnen giftiger Abfälle und Abgase in die unberührte Natur Patagoniens freisetzen. Es soll in einer der ökologisch wichtigsten Regionen errichtet werden, der Aysen-Region. Aysen umfasst eine Fläche von elf Millionen Hektar Wald-, Sumpf- und Gletscherlandschaft. 30 Prozent aller chilenischen Seen befinden sich in diesem Gebiet. Um den immensen Energiebedarf bei der Aluminiumgewinnung zu decken, sollen sechs riesige Staudämme gebaut werden. 10.000 Hektar Regenwald würden überflutet.

Noranda ist als Umweltsünder berüchtigt. Der Greenpeace-Bericht A Life of Crime (Ein Leben im Verbrechen) enthüllt jahrzehntelange Umweltverseuchung und -zerstörung des Unternehmens auf dem amerikanischen Kontinent. Auf der langen Liste der Noranda-Investoren befinden sich Institutionen aus aller Welt, darunter auch die Deutsche Bank.

Das Alumysa-Projekt in Patagonien soll 2,75 Milliarden US-Dollar kosten. Noranda hat es zwar im August 2003 nach massiven internationalen Protesten vorerst auf Eis gelegt - zumal auch der chilenischen Regierung mittlerweile Zweifel gekommen sind. Doch es sieht so aus, als wolle das Unternehmen diese Probleme einfach aussitzen. (sit)

Den Greenpeace-Report über die Umweltbilanz von Noranda finden Sie auf der Website von Greenpeace Kanada.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.