Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Neue Studie bestätigt: Feinstaub tötet

Eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien bestätigt die tödliche Gefahr, die von Feinstaub in der Luft ausgeht. Sie belegt, dass die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle mit jedem Anstieg der Feinstaubbelastung steigt - auch wenn der EU-Grenzwert nicht erreicht wird. Hauptverursacher ist der Verkehr mit seinem hohen Anteil an Dieselfahrzeugen.

  • /

Feinstaub enthält unterschiedlich große Partikel und alle gefährden die Gesundheit. Dieselruß jedoch enthält ultrafeine Staubpartikel, die besonders weit in die Lunge eindringen und von dort sogar ins Blut gelangen können. Die Folgen sind Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Krebs. Allergien können durch Feinstaub verstärkt werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Kinder.

Die dramatische Wirkung der Feinstaubpartikel ist längst bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlich zwei Millionen Toten weltweit aus. Davon über 300.000 in Europa. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 75.000 Menschen allein durch die Belastung mit Rußpartikeln.

Konsequenzen werden nicht gezogen. In der EU gilt seit Januar 2005 ein viel zu hoher Grenzwert von 40 Mikrogramm Staubpartikeln pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Spitzenwerte von 50 Mikrogramm innerhalb von 24 Stunden dürfen an einem Ort nicht öfter als 35-mal im Jahr auftreten. Die geplante Verschärfung dieser Richtlinie ab 2010 ist vom Tisch - dank massiver Lobbyarbeit der Industrie. In Deutschland wurde nicht einmal der Vollfilter für Diesel-PKW durchgesetzt.

Günter Hubmann, Greenpeace-Verkehrsexperte: Was auf politischer Ebene passiert, ist menschenverachtend und zynisch. Industrie und Politik nehmen Zehntausende Kranke und Tote wissentlich in Kauf. Das Leid der Menschen ist ihnen offensichtlich egal.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.