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Nach Chemieunfall: Millionenstadt ohne Trinkwasser

Die nordostchinesische Stadt Harbin muss vorübergehend ihre Wasserversorgung einstellen. Der Grund: Den fast vier Millionen Einwohnern droht die akute Vergiftung durch einen mit Chemikalien verseuchten Fluss.

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Bereits am 13. November hatte sich eine Explosionsserie in der Jilin Petroleum and Chemical Company ereignet. Dabei soll es fünf Tote und Dutzende von Verletzten gegeben haben. In der Fabrik, die zu den größten Chinas zählt, werden Benzen (früher Benzol genannt), Anilin, Phenylazeton und andere teils hochgiftige Substanzen hergestellt. Den Chemiekomplex und Harbin verbindet ein rund 400 Kilometer langes Teilstück des Flusses Songhua. Seit den Explosionen treibt ein rund 80 Kilometer langer Benzen-Teppich auf dem Wasser auf die Millionenstadt zu.

Benzen ist giftig und Krebs erregend. Deswegen hat in Harbin eine Massenflucht eingesetzt. Medienberichten zufolge sollen die Menschen zu Tausenden versuchen, aus der Stadt zu fliehen. Seit Tagen gibt es keine Bahntickets mehr zu kaufen. Auch Mineralwasser und andere Getränke sind ausverkauft. Es heißt, die Wassersperrung solle vier Tage dauern. Dann soll das verseuchte Wasser das Stadtgebiet passiert haben.

Vermutlich wird das Problem mit dem verseuchten Wasser jedoch nicht auf China beschränkt sein. Der Songhua fließt von Harbin auf die chinesisch-russische Grenze zu und mündet dort in den Amur, der dann durch Ostrussland fließt.

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