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Mode in Paris: Greenpeace führt Dow vor

Greenpeace und Dow Chemical auf der internationalen Textilausstellung Première Vision in Paris. Während der Chemiekonzern seine neue Textilfaser XLA für die Mode des kommenden Frühjahrs vorführt, entfaltet Greenpeace draußen ein vier mal 50 Meter großes Stoffbanner. Darauf der Hinweis auf eine ganz andere Kollektion: Porträts der Opfer von Bhopal, 1984 bis 2004.

Im indischen Bhopal ereignete sich 1984 die bislang schwerste Chemiekatastrophe weltweit. Aus einer Pestizidfabrik des Chemieunternehmens Union Carbide, heute Dow Chemical, entwichen mehr als 40 Tonnen eines tödlichen Gasgemischs. Innerhalb von drei Tagen starben 8.000, insgesamt mehr als 20.000 Menschen. Zehntausende Überlebende leiden unter Spätfolgen.

Das Gelände in Bhopal ist bis heute nicht saniert worden. Kinder spielen an Tümpeln, in denen kein Fisch mehr überleben kann. Das Grundwasser ist verseucht. Dow Chemical investiert lieber in neue Modefasern.

Wir, die Menschen von Bhopal, leiden seit 20 Jahren. Es ist entmutigend zu sehen, wie Dow eifrig Profite macht, anstatt seiner Verantwortung gerecht zu werden, das verseuchte Katastrophengelände zu sanieren und den dahinsiechenden Überlebenden medizinische Hilfe anzubieten. So Rani Niloufer am Dienstag in Paris. Er wurde 1984 in Bhopal geboren. Zeit seines Lebens leidet er unter den Folgen des Desasters. (sit)

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