Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Britische Traditionsmarke verspricht auf Giftstoffe zu verzichten

Marks & Spencer bekennt sich zur Umwelt

Ein großer Erfolg für die Greenpeace Detox-Kampagne. Marks & Spencer (M&S) hat sich dazu verpflichtet alle gefährlichen Chemikalien aus seiner gesamten Lieferkette und Produktpalette bis 2020 zu entfernen. Die Ladenkette gehört zu den größten britischen Einzelhändlern.

  • /

Die Einsicht von M&S setzt neue Maßstäbe. M&S übernimmt gemeinsam mit H&M eine echte Vorreiterrolle. Nun müssen noch andere Marken erkennen, wie wichtig es ist, endlich Maßnahmen gegen die Wasserverschmutzung zu ergreifen, sagt Martin Hojsik, Detox Kampagnen Koordinator von Greenpeace International.

Teil der Verpflichtung, die M&S eingeht, ist die Verwendung von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) bis spätestens 1. Juli 2016 einzustellen. PFC sind Chemikalien, die in der Natur kaum bis gar nicht abbaubar sind und somit die Umwelt schwer belasten. M&S räumt ein, dass die gesamte chemische Gruppe, die insbesondere für schmutz- und wasserabweisende Bekleidungsausrüstung verwendet wird, gefährlich ist.

Zeit für Alternativen zur Chemiekeule

Bei M&S werden PFCs häufig verwendet. Gerade deshalb ist der Schritt die Chemikalien vollständig aus der Produktion zu entfernen eine deutliche Botschaft an die Textilindustrie. Es ist Zeit für den Ausstieg aus der Nutzung gefährlicher Chemikalien, die krebserregende Stoffe enthalten. Sie müssen durch sichere Alternativen ersetzt werden. Das Gleiche gilt für alle anderen Giftstoffe, sagt Hojsik.

M&S ist bereits die siebte Marke, die sich verpflichtet hat, Chemikalien aus der gesamten Lieferkette und Produktpalette zu beseitigen. M&S bekräftigt auch den Ausschluss von Alkylphenolethoxylaten (APEO) aus der Herstellung seiner Textilien. Zu den APEO gehören Nonylphenolethoxylate (NPE), aus denen sich die stark umweltgefährdenden Nonylphenole (NP) abspalten. Die NP können auf Grund ihrer östrogenen Wirkung bereits in kleinen Mengen den Hormonhaushalt von Lebewesen beeinflussen.

M&S verspricht kurzfristig auch andere gefährliche Chemikalien nicht mehr einzusetzen. Zusätzlich hat M&S zugesagt mehr Transparenz zu schaffen. Sie werden Daten über die Freisetzung von Chemikalien aus den Produktionsstätten von fünf ihrer chinesischen Lieferanten veröffentlichen.

Große Modemarken vergiften unsere Umwelt

Im Jahr 2011 deckte Greenpeace Verbindungen zwischen einer Reihe großer Kleidermarken und Textilfabriken in China auf, die gefährliche Chemikalien in unsere Flüsse leiten. Greenpeace setzt sich dafür ein, die Verschmutzung unserer Gewässer mit Chemikalien zu stoppen. Unternehmen und Regierungen sind aufgefordert, kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Zukunft zu entgiften (detox).

Weiterführende Publikationen zum Thema

Zur Kampagne

Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Raus aus den roten Zahlen

Ab heute lebt die Welt über ihre Verhältnisse. Doch gegen Verschwendung und unnötigen Konsum lässt sich etwas tun, zeigen bundesweit Greenpeace-Gruppen am Erdüberlastungstag.

Eine ganz große Null

Seit sieben Jahren arbeitet Greenpeace intensiv daran, mit der Modebranche ihre Textilien zu entgiften. Mit Erfolg! Doch nachhaltige Mode bedeutet nicht nur „ungiftig“.