Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Gute Ergebnisse im Vergleich zu Tests im letzten Jahr

Künstliche Weiße Weihnachten – diesmal ohne Gift

Auch dieses Jahr hat Greenpeace Schneespray-Produkte auf giftige Inhaltsstoffe untersucht. Das Ergebnis: Die Proben enthielten keine krebserregenden Stoffe. Noch 2012 deckte Greenpeace auf, dass handelsübliche Schneesprayprodukte krebserregende Nitrosamine enthalten.

  • /

"Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass Schneesprays frei von krebserregenden Substanzen sind", sagt Jürgen Knirsch, Experte für nachhaltigen Konsum von Greenpeace, zur diesjährigen Untersuchung. Letztes Jahr hingegen wiesen von sechs untersuchten Schneesprays vier Produkte Werte zwischen 450 und 990 Milligramm per Kilogramm des zur Gruppe der Nitrosamine gehörenden N-Nitrosomorpholin auf. Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung nannte die von Greenpeace berichteten Werte "außerordentlich hoch" und bezeichnete sie aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes als "nicht akzeptabel".

Der Schneespray-Produzent bestritt zunächst die Verwendung von N-Nitrosomorpholin, musste dann aber einräumen, dass aufgrund chemischer Reaktionen beim Sprühen N-Nitrosomorpholin entstehen kann. Es ist bisher gesetzlich nicht vorgeschrieben, Stoffe wie N-Nitrosomorpholin in Dekorationsmitteln wie Schneespray zu kennzeichnen. "Erst unsere Untersuchung hat diese Regelungslücke aufgedeckt. Unternehmen und der Gesetzgeber hätten längst dafür sorgen müssen, dass Produkte mit krebserregenden Substanzen nicht mehr auf dem Markt sind", so Knirsch.

Produkte sind weiterhin schlecht gekennzeichnet

Allerdings wissen Schneespray-Nutzer weiterhin nicht, was sie eigentlich versprühen. Denn die Produkte enthalten bestenfalls den Hinweis, dass sie entzündliche Bestandteile enthalten. Lediglich ein Hersteller weist darauf hin, dass sein Produkt ein besseres Treibgas enthält.

Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Rechtsexpertise kommt zu dem Schluss, dass in der Bedarfsgegenständeverordnung auch für Produkte wie Schneesprays verpflichtende Grenzwerte für Nitrosamine aufzunehmen sind. Zudem müssen diese Produkte besser gekennzeichnet werden. Greenpeace fordert, dass die Hersteller reagieren und ihre Produkte besser kennzeichnen und Verbraucher auf mögliche Gefährdungen hinweisen.

Zum Weiterlesen:

Schneesprays schaden Gesundheit

Publikationen

Gift im Schneespray

Schnee- und Eiskristallsprays sollen eine künstliche winterliche Stimmung erzeugen. Greenpeace untersuchte die Produkte und konnte eine erhöhte Konzentration an krebserregenden Stoffen nachweisen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.