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Hongkong: Freihandel mit giftigem E-Müll

In Hongkong haben Greenpeace-Aktivisten der Ministerin für Umwelt, Transport und Arbeit, Sarah Liao, am Dienstag eine aus elektronischem Müll zusammengefügte Skulptur übergeben. Mit der ein Meter sechzig hohen und 100 Kilogramm schweren Plastik forderten sie die Ministerin auf, den Export des giftigen Mülls nach China, Südostasien und Afrika zu beenden.

Bis zu 90 Prozent des Hongkonger Elektromülls landen im Ausland oder auf dem chinesischen Festland. Ein in der letzten Woche veröffentlichter Greenpeace-Forschungsbericht belegt die umweltschädlichen Folgen des in China schlecht entsorgten Mülls. Wir fanden hohe Mengen von giftigen Substanzen wie Blei, Quecksilber und Beryllium in Reisfeldern, Bewässerungskanälen und zahlreichen Flüssen der Provinz Guangdong, dem Hauptabladegebiet für E-Müll in China, erklärt die Chemie-Expertin Yun Lai von Greenpeace.

Arbeiter einer E-Müllverarbeitungsanlage in der Stadt Guiyu leiden unter Atemwegsbeschwerden, Nierensteinen und Hautausschlägen. Die Arbeiter zerlegen den E-Müll mit ihren bloßen Händen und einfachen Werkzeugen, erklärt Yun Lai. Der freie Handel mit Giftmüll zwingt die Leute ihre Gesundheit für den Giftmüll aufs Spiel zu setzen. Aber niemand sollte eine solche Entscheidung treffen müssen.

Greenpeace fordert, dass die Produzenten von elektronischen Geräten wie Computer, Mobiltelefone und Fernseher durch die Einführung einer "Rücknahme-Verpflichtung" für das sichere Beseitigen dieser Waren zu sorgen haben. Allein in Hongkong fallen jedes Jahr 128.000 Kubikmeter E-Müll an - genug um 64 Olympia-Schwimmbäder zu füllen. (nic)

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