Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Großbritannien misst mit zweierlei Maß

Das erste der 13 schrottreifen US-Kriegsschiffe, die in Großbritannien entsorgt werden sollen, ist am Mittwoch in der Werft der britischen Entsorgungsfirma Able UK eingetroffen. Umweltschützer feierten die Ankunft mit einer Anti-Willkommens-Party. Vor der Abfahrt des Schiffes hatten Umweltschützer auf beiden Seiten des Atlantiks davor gewarnt, dass die mit schwer abbaubaren PCBs, Asbest und Dieselschweröl belasteten Schiffe während der Fahrt auseinanderbrechen könnten.

Auch die britische Umweltbehörde EPA war dagegen, dass die US-Kriegsschiffe in britischen Gewässern abgewrackt werden. Sie befürchtet, auslaufende Chemikalien könnten die Umwelt verschmutzen. Die EPA erlaubte den Schiffen den Zugang zur Werft dann allerdings doch. Bedingung: die Schiffe dürfen erstmal nicht auseinander gebaut werden. Sie stehen unter der Beobachtung der Behörde und die Gewässer der Werft sollen ständig überprüft werden.

Das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior machte unterdessen in Indien eine Entdeckung der besonderen Art: Die Rainbow Warrior war dem britischen Chemie-Schiff Genova Brigde zur Abwrackung gefolgt - bis zu einer Werft einer Entsorgungsfirma in Alang.

Ramapati Kumar, Schiffsabwrack-Experte bei Greenpeace in Indien, bezeichnet dieses Vorgehen der Engländer als Messen mit zweierlei Maß: Wir fordern von der britischen Regierung, bei ihrem illegalen Verschieben von Chemie-Schiffen die selben internationalen Gesetze anzuwenden, wie bei dem Import der so genannten US-Geisterflotte nach England.

Drei weitere Schiffe der US-Flotte befinden sich bereits auf dem Weg nach Großbritannien. Die übrigen neun warten noch in den USA darauf, dass sie losfahren dürfen. (mod)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Weg mit dem Müll

Was tun mit seinem Müll, wenn man ihn nicht selbst entsorgen will? Recherchen zeigen: Reiche Länder exportieren Hunderttausende Tonnen nach Malaysia ­– zum Schaden des Landes.

Mach was!

Während der Handel mit Rabattschlachten zum Massenkonsum ruft, trafen sich am Wochenende Kreative und Künstler, die auf Reparieren, Selbermachen, Tauschen setzen statt auf Kaufen.

Pakete bis zum Mond

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.