Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Größte Chemiekatastrophe der Welt begann vor 21 Jahren

Mit einem Demonstrationszug durch die indische Stadt Bhopal haben Bewohner und Überlebende am Samstag der Chemiekatastrophe vor 21 Jahren gedacht. Unter den Teilnehmer waren viele kranke und behinderte Kinder. Sie führten Schilder mit sich, auf denen stand, woran sie erkrankt sind. In Bhopal ist die Rate der Geburtsfehler immer noch viermal so hoch wie durchschnittlich in Indien.

  • /

Der Demonstrationszug endete an dem verlassenen Fabrikgelände des Union Carbide-Betriebes, aus dem die todbringende Gaswolke entwich. Sie tötete in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1984 mehrere tausend Menschen in den ersten Stunden nach dem Unfall. Mittlerweile beträgt die Zahl der Toten 20.000. Bis heute müssen eine halbe Million Menschen mit den Folgen der Katastrophe fertig werden. Greenpeace forderte deshalb weitere Entschädigungszahlungen und eine bessere Gesundheitsversorgung für die betroffenen Menschen in Bhopal.

Nach wie vor geht von dem verseuchten Fabrikgelände, das niemals fachmännisch gesäubert wurde, ein erhebliches Gesundheitsrisiko aus. Der Boden und das Trinkwasser sind vergiftet. Union Carbide wurde zu einer so geringen Entschädigungszahlung verurteilt, dass heute kein Geld mehr für Hilfe vorhanden ist. Der US-amerikanische Geschäftsführer der Fabrik, Warren Anderson, hatte sich in die USA abgesetzt und musste sich niemals vor Gericht verantworten. 2001 hat der Konzern Dow Chemical Company Union Carbide übernommen und erklärt seitdem alle Ansprüche für erledigt.

 

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Detoxreport 2021

Freiwillige Selbstverpflichtung - ein Mode-Märchen über grüne Fast-Fashion

Mehr zum Thema

Hui und pfui

Während die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, verschärft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.

Nicht sauber, sondern Rhein

Wer verschmutzt den Rhein mit Mikroplastik? Der zweite Teil einer Greenpeace-Studie nimmt sich erneut Deutschlands wichtigste Wasserstraße vor – und findet keine Verbesserung.

Vom Regen in die Traufe

Ölunternehmen tauschen ein Übel gegen das andere: Sie produzieren zukünftig weniger Benzin, dafür mehr Plastik. Das verschärft das Müllproblem – und ist ebenso klimaschädlich.