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Greenpeace-Kampagne gegen PCBs in Chile

Mit einer öffentlichen Performance haben 40 Greenpeace-Aktivisten zu Beginn der Woche auf die Gefahren von Polychlorierten Biphenylen (PCB) im U-Bahn-System der chilenischen Hauptstadt Santiago aufmerksam gemacht. Ihre Forderung, die Abschaffung und Entsorgung von PCB im öffentlichen Transportsystem richteten sie in Form eines offenen Briefs an den Geschäftsführer der Metro.

Der Auftritt war jedoch nur der Beginn einer länger andauernden Kampagne, mit der ein allgemeines Verbot von PCB in Chile erreicht werden soll. Die in weiss gekleideten, bleich geschminkten und mit Wunden gezeichneten Pantomimen führten der Öffentlichkeit auf der Strasse die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von PCB vor Augen. PCB kann Nerven, Leber und das Immunsystem schädigen, Krebs auslösen und Missbildungen beim Embryo im Mutterleib hervorrufen.

Das Greenpeace-Schreiben dringt auf ein Treffen mit der Geschäftsführung, um gemeinsam eine Lösung für die mit mehr als 100 Tonnen PCB-Ölen gefüllten Transformatoren der U-Bahn zu finden. Die Gespräche sollen zum einen die Abschaffung und Entsorgung der PCB-haltigen elektronischen Geräte herbeiführen. Zum anderen soll der Schutz der Öffentlichkeit vor PCB im Falle eines Erdbebens, einer elektrischen Überladung oder eines Brands sichergestellt werden. Eine der größten Gefahren von PCB liegt in der Verbrennung: Bei höherer Verbrennungstemperatur entstehen hochtoxische Dioxine, die zu den stärksten bekannten Umweltgiften gehören. (nic)

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