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Behörden treten von versprochener Transparenz zurück

Greenpeace darf riskante Aufräumarbeiten in Bhopal nicht beobachten

20 Jahre nach der weltweit größten Chemiekatastrophe sollen indische Wanderarbeiter ohne jede Schutzausrüstung die giftigen Chemikalien in Bhopal entsorgen. Aktivisten von Greenpeace sind vor Ort, um die Aufräumarbeiten zu beobachten und Schutzbekleidung und Atemmasken beizusteuern. Doch am Mittwochabend wurde ihnen überraschend das Betreten des Geländes von indischen Behörden verboten - anscheinend sind Zuschauer unerwünscht.

Greenpeace will die Bedingungen überwachen, unter denen die Aufräumarbeiten durchgeführt werden und sicherstellen, dass die internationalen Standards und Schutzmaßnahmen für solche Aufräumarbeiten eingehalten werden. Greenpeace hat sich entschieden, die Aufräumarbeiten ohne Schutzausrüstung für die Arbeiter nicht zu unterstützen.

Wir haben auf allen erdenklichen Wegen versucht, die Erlaubnis zur Überwachung der Aufräumarbeiten zu bekommen. Die Behörden haben uns immer wieder hingehalten und ließen uns in dem Glauben, sie würden für Transparenz sorgen, sagte Vinuta Gopal, Chemieexpertin bei Greenpeace Indien.

Die Behörden nehmen uns offensichtlich übel, dass wir wiederholt Bilder von Arbeitern gezeigt haben, die den giftigen Chemikalien ohne jede Schutzkleidung ausgesetzt sind. Dass die Behörden in letzter Minute von ihren Versprechungen zurückgetreten sind, hat unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt - dass sie sich nicht an die vorgeschriebenen Anforderungen zum Schutz der Arbeiter halten wollen.

Während der letzten zwei Wochen haben die Aktivisten von Greenpeace und der Internationalen Kampagne für Gerechtigkeit in Bhopal (ICJB) die Inkompetenz der Behörden aufgedeckt, für die Sicherheit der Arbeiter zu sorgen. Sie konnten Fotos von vorbereitenden Maßnahmen machen, auf denen die Arbeiter schutzlos den Staubwolken aus giftigen Chemikalien ausgesetzt sind.

In der letzten Woche haben sie neben dem Gelände, von dem die giftigen Chemikalien nach einem Gerichtsbeschluss entfernt werden sollen, ein Info-Zentrum errichtet. Dort werden die Arbeiter und die Bevölkerung und natürlich auch die Behörden über Sicherheitsstandards und notwendige Schutzausrüstung aufgeklärt.

Greenpeace fordert:

  1. Die detaillierten Pläne für die Aufräumarbeiten müssen umgehend veröffentlicht werden.
  2. Die Behörden müssen unabhängigen Experten, Vertretern der Kommunen und NGOs erlauben, die Aufräumarbeiten zu überwachen, um Transparenz und die besten Sicherheitsstandards für die Arbeiter und Bewohner der umliegenden Ortschaften zu gewährleisten.

Wenn diese Forderungen nicht erfüllt werden, fordert Greenpeace das Madhya Pradesh Pollution Control Board (MPPCB) und das Bhopal Gas Tragedy Relief & Rehabilitation Department auf, die gefährlichen Aufräumarbeiten sofort zu stoppen. (Autorin: Ute Szczepanski)

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