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Green Fashion - Biobaumwolle im Kommen

Vom aktuellen Bio-Boom profitiert auch die Öko-Mode. Auf den Laufstegen präsentieren grüne Designer und Labels die ganze Palette zwischen Alltags- und Luxusbekleidung. Ökokleidung ist nicht länger ein reines Nischenprodukt, auch bei großen Textilketten findet ein Umdenken statt. Aber nicht immer ist nur Bio drin, wo Bio drauf steht. Was weiterhin fehlt, ist eine verlässliche Kennzeichnung.

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Green Fashion, also Kleidung, die ökologischen Kriterien entspricht, und dazu möglichst soziale Mindeststandards einhält, liegt voll im Trend. Zwar liegt der Umsatz von Biokleidung noch deutlich unter dem von Biolebensmitteln, aber die Branche erwartet auch hier ein starkes Wachstum.

Biobaumwolle ist das Material der Stunde, da ist sich Kirsten Brodde, Textilexpertin und Autorin des Buches Saubere Sachen, sicher. Zwar macht der Anteil von Biobaumwolle an der gesamten Baumwollernte weltweit noch immer weniger als ein Prozent aus. Aber Ernte und Verarbeitung wachsen rapide an.

Große Textilketten wollen ebenfalls auf dem Zukunftsmarkt mithalten. Nach den USA und England peilen Kleidungsriesen wie H&M seit wenigen Jahren auch ihre Kunden in Deutschland an. Bei Abnahme von Biobaumwolle hat sich laut Greenpeace Magazin C&A weltweit an die Spitze gesetzt.

Die Verwendung von Biobaumwolle allein ist aber nicht genug. Darauf macht Kirsten Brodde immer wieder aufmerksam: Die Neueinsteiger konzentrieren sich allzu stark auf die Rohfaser der Baumwolle. Dass das Kleidungsstück beim Spinnen, Weben, Färben und Veredeln dann doch noch mit einer Flut von Chemikalien traktiert wird, gerät aus dem Blick. Die Ökobranche ärgert seit langem, dass Jeans, die chemisch gebleicht wurden, immer noch das Etikett 100 Prozent Biobaumwolle tragen.

Es muss auch nicht immer Baumwolle sein. Denn die Stauden sind extrem wasserbedürftig: Rund 2000 Liter Wasser sind nötig, um genug flauschige Samenfäden für ein T-Shirt zu ernten. Das geht nicht ohne künstliche Bewässerung. Andere Naturfasern wie Flachs oder Hanf (Leinen) sind da erheblich umweltfreundlicher.

Vielleicht trägt das diesjährige UN-Jahr der Naturfasern ja zur Popularität bei, ebenso wie zur Experimentierfreude mit exotischen Fasern aus Sisal, Nessel, Kokos oder Kapok. Die Mehrheit der Fasern für Kleidung sind heute allerdings Kunstfasern. Werden sie umweltgerecht recycelt und wiederverarbeitet, stellen sie ebenfalls eine sinnvolle Alternative dar.

Wichtig ist jedoch für alle Kleidungsstücke eine verlässliche Kennzeichnung. Orientierung soll der Global Organic Textile Standard (GOTS) schaffen. Das internationale Siegel soll für die Verbraucher erkennbar machen, welches Kleidungsstück den Weg bis in den Schrank weitgehend ohne chemische Behandlung zurücklegt.

Das Siegel umfasst auch soziale Standards für die Produktion. Brodde begrüßt die Einführung des Siegels in 2008 und ergänzt: Ex-Verbraucherministerin Renate Künast hat sich schon dafür ausgesprochen. Aber der GOTS braucht dringend weitere politische Unterstützung zu seiner Durchsetzung.

Bevor es so weit ist, müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf weiterhin gut auf das Etikett schauen. Oder einfach doch noch mal den gewohnten Pulli aus dem Schrank ziehen.

Buchtipps:
Kirsten Brodde: Saubere Sachen: Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt (Januar 2009 Euro 16,95)
Textil-Fibel (3. Auflage), beim Greenpeace-Magazin zu bestellen (Euro 9,90)

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