Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Goldman-Preis für Bhopal-Überlebende

Rashida Bee und Champa Devi Shukla, zwei Überlebende des größten Chemie-Unfalls aller Zeiten in der indischen Stadt Bhopal, kämpfen seit 20 Jahren für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Für dieses Engagement wurden die beiden Frauen jetzt mit dem Goldman-Preis, dem so genanntem Nobelpreis für Umwelt, ausgezeichnet. Bei der Katastrophe tötete austretendes Gas der Firma Union Carbide, heute Dow Chemical, 8.000 Menschen und verseuchte das Gebiet für Jahrzehnte.

In ihrem Kampf geht es den beiden Frauen vor allem um eins: Dow Chemical soll endlich Verantwortung für das Unglück übernehmen. Rund 20.000 Menschen sind bis heute an den Folgen der Katastrophe gestorben. Mehr als 150.000 Menschen wurden dauerhaft schwer geschädigt. Eltern, die dem Gas ausgesetzt waren, bekamen Kinder mit Missbildungen. Medizinische Hilfe wird nach wie vor dringend benötigt.

Doch genau an der mangelt es in der Stadt am meisten. Nicht einmal sauberes Trinkwasser ist verfügbar. Genauso wie der Boden ist das Wasser immer noch verseucht. Die Menschen sind krank und arm, doch Dow Chemical, eines der reichsten Chemieunternehmen der Welt, verweigert jegliche Hilfe.

Schlimmer noch: Der Konzern schreckt nicht einmal davor zurück, Überlebende vor Gericht zu zerren, die auf Dow-Gelände für ihr Recht demonstrieren. Auch Bee und Shukla wurden schon mit Klagen bedroht und festgenommen. Doch die Frauen gaben nicht auf. Im Gegenteil: Sie mobilisierten die Menschen in Bhopal für ihr Recht zu kämpfen und reichten eine Sammelklage gegen Dow Chemical ein.

Wir mögen arm und ungebildet sein, so Bee. Aber das heißt nicht, dass ein US-Großkonzern mit Mord davon kommen kann. Greenpeace unterstützt die Opfer des Unglücks seit Jahren mit weltweiten Aktionen und ruft Dow Chemical immer wieder auf, Verantwortung zu übernehmen.

Die Preisverleihung ist eine klare Bestätigung des Kampfes um Gerechtigkeit, der nun schon 20 Jahre andauert, so Greenpeace-Experte Casey Harrell. Es ist ein Kampf der andauern wird, bis Konzerne wie Union Carbide und Dow Chemical für ihre Verbrechen verantwortlich gemacht werden.

Greenpeace-Hintergrundinformationen: Bhopal - die andauernde Katastrophe

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Mehr zum Thema

Kein Allheilmittel

Das Bundesumweltministerium will das Zerstören neuwertiger Waren im Onlinehandel stoppen. Dafür kämpft Greenpeace seit Jahren. Wie ist der neue Gesetzesentwurf zu bewerten?

Übles Mehr in Meeresfrüchten

Plastik ist überall. Erst im Supermarktregal, dann im Meer – und wieder auf dem Teller: Eine Greenpeace-Untersuchung belegt Mikroplastik-Funde in vielen Fischeinkäufen.

Ab Werk in den Abfall

Eine ganze LKW-Ladung Neuware pro Woche landet im Müll: Bilder aus dem Amazon-Logistikzentrum in Winsen an der Luhe belegen rücksichtslose Praktiken im Onlinehandel.