Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Globales Aus für die schmutzigen Zwölf

Seit Montag sind 12 Industrie-Chemikalien weltweit verboten. Bei den Dirty Dozen (schmutziges Dutzend) genannten Chemikalien handelt es sich um Dauergifte. Für sie wurde 2001 die Stockholmer Konvention ins Leben gerufen, die nach der Ratifizierung durch den 50. Beitrittsstaat, Frankreich, nun endgültig globale Rechtsgültigkeit erlangt hat.

„Das Inkrafttreten der Stockholmer Konvention zeigt, dass globale Umweltpolitik möglich ist – selbst die USA sind dabei“, sagt Andreas Bernstorff, Chemieexperte bei Greenpeace. „Das viel geschmähte weiche Umweltvölkerrecht wirkt sich nun aus. Es hat sich frühzeitig herumgesprochen, dass die Konvention kommt. Die Firmen haben sich umgestellt.“

„Die Konvention hat schon vor ihrem Inkrafttreten dafür gesorgt, dass überall auf der Welt, besonders in den weniger entwickelten Ländern, Listen und Inventare erstellt wurden“, so Bernstorff weiter. „Die Stockholmer Konvention besagt, dass die Restbestände der Gifte, wie PCB und Pestizide, beseitigt werden müssen. Das Wichtige dabei ist: nicht auf Kosten der armen Länder.“ Vielmehr müsse die Weltgemeinschaft dafür aufkommen. Die Weltbank hat einen speziellen Fonds für Länder, die Inventare machen und Entsorgungsprogramme aufstellen.

„Dennoch wird jetzt nicht alles auf einen Schlag besser“, warnt Bernstorff. „Es müssten mehre hundert Chemikalien auf der Verbotsliste stehen. Es ist höchst bedauerlich, dass es nur das Dirty Dozen ist, doch mehr war zunächst nicht durchsetzbar. Die zwölf Chemikalien waren in den reichen OECD-Staaten bereits vom Markt. Das Positive ist, dass die Konvention erweiterbar ist. Inzwischen gibt es bis zu vierzig verschiedene Listen mit weiteren Kandidaten für ein Verbot. Und viele Staaten setzen sich für eine Erweiterung ein.“

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Mehr zum Thema

Nicht sauber, sondern Rhein

Wer verschmutzt unsere Flüsse mit Mikroplastik? Eine Greenpeace-Studie nimmt Deutschlands wichtigste Wasserstraße unter die Lupe: Keine einzige Probe war ohne Kunststoff.

Ein LieferkettengesetzCHEN

Der ausgehandelte Entwurf ist eine Minimallösung. Der Schutz von Menschenrechten und Umwelt kann damit nicht wirksam durchgesetzt werden. 

Eine selbstverschuldete Krise

Was passiert mit einer halben Milliarde unverkaufter Kleidungsstücke? Auf keinen Fall dürfen sie vernichtet werden, fordert Greenpeace und wendet sich an die zuständigen Behörden.