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Giftmüll unter freiem Himmel

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstag bei einer elsässer Chemiemülldeponie an der französisch-schweizerischen Grenze offen herumliegenden Giftmüll sichergestellt. Die verantwortlichen Chemiekonzerne Novartis, Ciba und Syngenta sowie die französischen Behörden wissen seit vier Jahren von dem vor 45 Jahre abgekippten Giftmüll im Wald. Sie nehmen in Kauf, dass sich Kinder aus der Nachbarschaft vergiften könnten.

Greenpeace-Aktivisten in Vollschutz-Anzügen haben einen Teil des Giftmülls fachgerecht geborgen und sichergestellt. Andere Fundstellen haben sie mit Sperrgittern abgeriegelt. Das gesamte Deponiegelände wurde mit Absperrband und Warnschildern als Gefahrenzone gekennzeichnet. Es ist wahrscheinlich, dass noch weiterer Giftmüll offen im Wald herumliegt.

Labor-Analysen belegen: Es handelt sich um hochtoxischen Chemiemüll. Die gemessenen Gifte sowie Krebs erregende Chemikalien wie Brom-Anilin und Nitrobenzol in extrem hohen Konzentrationen stellen eine akute Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Der Kontakt mit diesen Chemikalien kann zu massiven Gesundheitsschäden führen. Zusätzlich gefährden die aggressiven Chemikalien das Trinkwasser in dem Gebiet.

Novartis & Co. arbeiten schlampig und verharmlosen die Gefahren sagt dazu Matthias Wüthrich, Chemie-Experte von Greenpeace. Wir verlangen ein Ende dieser verantwortungslosen Hinhaltetakik und die sofortige Totalsanierung der Chemiemülldeponie.

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