Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Giftmüll in der Hausmüll-Verbrennung

Wegen Verdachts illegaler Sondermüll-Ensorgung sind bundesweit 300 Firmen ins Visier der Justiz geraten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen die Unternehmen rund 30.000 Tonnen Industrieabfälle über einen Zwischenhändler in Essen in einer Verbrennungsanlage in Lünen (Nordrhein-Westfalen) unerlaubt entsorgt haben. Auf diesem Wege hätten die Firmen mehrere Millionen Euro eingespart. Die beschuldigten Müllentsorger weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück.

Doch die Staatsanwaltschaft Darmstadt kann über die gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellproben den Nachweis führen: Insgesamt 5000 Proben seien beschlagnahmt und genau analysiert worden. Bei einem Drittel der untersuchten Proben konnten zu hohe Werte gefährlicher Chemikalien festgestellt werden, teilte Gert Neuber, der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Vorschiftsmäßig hätte der Müll als Sondermüll entsorgt werden müssen.

In den Proben wurden unter anderem Krebs erregendes PCB und das Schwermetall Cadmium entdeckt. Bei unsachgemäßer Verbrennung von PCB kann hochgiftiges Dioxin freigesetzt werden. PCBs und Dioxine gehören zu den stärksten bekannten Umweltgiften. Dioxine wirken schon in sehr kleinen Dosen schädigend auf den Hormonhaushalt, das Immunsystem und die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen. PCBs können Nerven, Leber und das Immunsystem schädigen, Krebs auslösen und Missbildungen beim Embryo im Mutterleib hervorrufen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.