Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Giftiger Elektroschrott

Greenpeace hat am Montag bei einer Elektronik-Ausstellung in Beijing einen 2,7 Meter hohen Berg aus Elektroschrott enthüllt. Die Teile der Müll-Skulptur in Form einer Welle stammen aus der Gemeinde Guiyu am südchinesischen Meer. Guiyu ist zu einem der größten Computerfriedhöfe der Welt geworden.

Greenpeace recherchiert auf Schrottplätzen in China und anderen asiatischen Ländern. Dort wird der giftige Müll per Hand auseinander genommen und viele der Chemikalien sind in sehr geringen Dosen sehr gefährlich. Mit Ventilatoren versuchen die Menschen, die Wirkung der giftigen Gase beim Verbrennen notdürftig einzudämmen.

Auch bei einer Wiederverwertung der Materialien werden gefährliche Stoffe freigesetzt. Deshalb wird der Schrott aus den Industrienationen - oft illegal - nach China verschifft. Die gefährlichen Bestandteile von Handys, Computern und anderen Elektrogeräten gefährden besonders die Gesundheit derjenigen, die die Produkte am Ende verschrotten.

Darum haben am selben Tag 15 Greenpeace-Aktivisten in Genf eine Lastwagenladung voll Elektroschrott zur Zentrale von Hewlett Packard gebracht. Damit unterstrichen sie ihre Forderung an die Firma, auf gefährliche Chemikalien in ihren Computern zu verzichten.

Elektronikfirmen wie Hewlett Packard verursachen einen neuen, schnell wachsenden gefährlichen Müllberg, der Probleme globalen Ausmaßes mit sich bringt. 4.000 Tonnen giftiger Elektroschrott werden jede Stunde weggeworfen. Das entspricht dem Gewicht von 1.000 Elefanten. Wenn die Firmen nicht endlich saubere Maschinen herstellen und ausrangierte Produkte zurück nehmen, wird China zur weltweit größten Schadstoffdeponie, kritisiert Kevin May von Greenpeace China.

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Mehr zum Thema

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

Die Welt ist nicht genug

Heute, am Earth Overshoot Day, ist Schluss: Wir haben der Natur mehr genommen, als die Erde übers Jahr erneuern kann. Wie wäre es also, wenn wir ihr ab jetzt etwas zurückgeben?

Post ist da!

Mit einer eigenen Paketlieferung protestieren Greenpeace-Aktivisten vor dem „Prime Day“ auf einem Amazon-Logistikzentrum gegen die sinnlose Zerstörung neuwertiger Waren.