Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Giftige Chemikalien in Thailands Kanälen

Mit einer Aktion hat Greenpeace Thailand auf die erschreckend hohe Schadstoffbelastung thailändischer Kanäle aufmerksam gemacht. Am Samrong-Kanal bei Bangkok nahmen in Schutzanzüge gekleidete Aktivisten Sedimentproben und ließen eine Warnboje mit der Aufschrift „Achtung: Gift“ schwimmen. Sie wollen erreichen, dass die thailändische Regierung schadstoffintensive Industrien strenger kontrolliert.

  • /

Bereits letzten Monat hatte Greenpeace darauf hingewiesen, dass die Kanäle rund um den Chao Phraya, einen der wichtigsten Flüsse des Landes, stark mit Chemikalien belastet sind. An diesen Kanälen sind viele Fabriken angesiedelt, die ihre Abwässer direkt in die Kanäle einleiten. Besonders problematisch ist die Textilindustrie. Diese verwendet in Thailand noch Azofarbstoffe, deren Zerfallsprodukte krebserregend sind. In Europa sind diese Farben deshalb in der Textilproduktion verboten.

Greenpeace wies in den Kanälen viele Schwermetalle nach sowie Stoffe, die Krebs erregen oder den Hormonhaushalt stören. Die Schwermetallkonzentration in den Sedimenten zeigt, dass die Stoffe schon über lange Zeit in die Kanäle eingeleitet werden, sagt Ply Pirom, Chemieexperte von Greenpeace Südostasien.

Die Aktivisten werden die neuen Sedimentproben den Verantwortlichen übergeben, um auf deren Nachlässigkeit im Umweltschutz hinzuweisen. Sie fordern, dass die Regierung die Industrien dazu verpflichtet, ihre Schadstofffreisetzungen offenzulegen. Außerdem soll sie einen Aktionsplan aufstellen, mit dem das Einleiten giftiger Chemikalien in die Flüsse zunächst reduziert und schließlich vollständig verboten wird.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.