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Giftexporte: USA heben Verbot auf

Die USA wollen giftstoffbelastete Schiffe zukünftig wieder in Entwicklungsländern entsorgen. Der Kongress und die Bush-Regierung haben dafür ein Pilotprojekt beschlossen, für das im nächsten Haushaltsetat 20 Millionen US-Dollar vorgesehen sind. Damit wurde ein entsprechendes Verbot über das Deponieren von mit Gift belasteten Schiffen aufgehoben, wie Greenpeace zusammen mit dem Baseler Aktionsnetzwerk (BAN), der Umweltorganisation Toxic Link und mehreren Gewerkschaften herausgefunden hat. Das Verbot war von der Clinton-Regierung erlassen worden. Seit 1994 hat das dafür zuständige Seeamt keine Schiffe mehr zum Abwracken nach Übersee verkauft.

Mit dem Geld sollen vier Schiffe der vor sich hinrostende Reserveflotte des Landes verschrottet werden. Weitere Schiffe sollen versenkt werden, um künstliche Riffe zu bilden. Ist das Projekt erfolgreich, sollen in den nächsten Jahren zwischen 300 und 400 bundeseigene Schiffe zum Verschrotten ins Ausland gebracht werden. Dazu zählen nicht nur Marineschiffe, sondern auch Kabelleger oder Fähren. Die meisten von ihnen wurden hergestellt, bevor der Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe im Schiffsbau verboten wurde. Häufig enthalten sie Asbest und PCB.

In Ländern wie Indien, China oder Pakistan werden Schiffe unter katastrophalen Sicherheitsbedinugen zerlegt. Dadurch kommt es immer wieder zu Unfällen und die Arbeiter sind einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Die US-Schiffe enthalten gefährliche Substanzen, deren Export nicht erlaubt ist, erläutert Andreas Bernstorff, Chemieexperte von Greenpaece. Wir wollen den Entwicklungsländern nicht den Kauf von sauberem Rohmaterial zum Recyceln verbieten. Dennoch ist es inakzeptabel, dass arme Länder den giftigen Abfall der reichen Länder bekommen. Wenn sie den wiederverwertbaren Stahl loswerden wollen, dann sollen sie ihn exportieren, aber ohne giftiges Risiko.(abu)

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