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Genova Bridge und kein Ende

Einen Schritt vorwärts, drei zurück! So hat Greenpeace am Mittwoch das Vorgehen der Behörden im indischen Bundesstaat Gujarat im Falle des Abwrackschiffes Genova Bridge kommentiert. Anlass der Kritik: Das Schiff soll von der Meeresbehörde von Gujarat dekontaminiert und der anfallende Sondermüll, zum Beispiel Asbest, auf eine Deponie geschafft werden. Das aber wäre Aufgabe des britischen Schiffseigners V. Shipping International.

Tatsache ist: Alte Schiffe enthalten eine Fülle gesundheitsschädlicher Baustoffe. Wer ein ausgemustertes Schiff mit allen giftigen Inhaltsstoffen in ein Entwicklungsland schafft, um es dort unter katastrophalen Arbeitsbedingungen billig abwracken zu lassen, macht sich nach internationalem und indischem Recht des illegalen Giftmüllexports schuldig.

Zwar ist es ein Erfolg, dass die Genova Bridge aufgrund des Einschreitens von Greenpeace nun erst einmal dekontaminiert werden muss. Doch warum von indischer Seite? Anstatt die Verantwortlichkeiten unmissverständlich klarzustellen, kooperiert die Kontrollbehörde für Umweltverschmutzung (GPCB) von Gujarat mit dem Verursacher des Problems.

Nicht nur indische Behörden stehen unter Kritik. Greenpeace fordert die Internationale Meeresorganisation (IMO) auf, entsprechend der Baseler Konvention endlich international gültige Regeln für das Abwracken alter Schiffe zu erarbeiten: Schiffseigner müssen sicherstellen, dass ihre Schrottschiffe dekontaminiert werden, bevor sie in andere Länder exportiert und dort auseinander genommen werden. (sit)

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